Warum ich von Schlagfertigkeitstrainings à la Rolf Ruhleder oder Matthias Pöhm nichts halte.

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mann klein mit grossem mann xs © rolphoto Fotolia Warum ich von Schlagfertigkeitstrainings à la Rolf Ruhleder oder Matthias Pöhm nichts halte.Schlagfertigkeitstrainer versprechen sprachliche Unverwundbarkeit. Und haben damit viel Erfolg.


Wie, Sie haben so ein Seminar noch nicht besucht? Ja, was antworten Sie denn, wenn jemand Folgendes zu Ihnen sagt:

  • "Sie haben die Schulbildung eines Orang Utan."
  • "Ich glaube du hast zugenommen."
  • "Sie sind ein schlechter Redner."
  • "Das sieht man doch. Das ist doch gesunder Menschenverstand."

Die Beispiele sind von Matthias Pöhm (Deutschlands Schlagfertigkeitstrainer Nr. 1), der auf seiner Website 300 Verbalattacken zum Üben anbietet. In seinem Seminar wird gezeigt, wie Sie auf Verbalattacken witzig reagieren, geschickt ausweichen oder mit einem Gegenangriff kontern können.

In seinem Newsletter wird jedes Mal die beste Antwort auf eine gestellte Situation ausgezeichnet. Im April wurde gefragt, wie man schlagfertig auf den Angriff  "So steht es im Vertrag." reagieren könnte. Die prämiierte Antwort: "Daneben wäre auch ein bisschen merkwürdig."

Auch für den privaten Bereich, meint Pöhm, seien schlagfertige Antworten sinnvoll. Zwei Beispiele:

  • "Wann gedenkst Du aufzuräumen?"
    "Dann, wenn der Mond auch endlich um die Sonne kreist."
  • "Ach, Sie trinken Alkohol? Ich habe das nicht nötig, ich kann auch so lustig sein."
    "Aha, Sie finden also, dass Sie irgendwann schon mal lustig waren."

Tja, Hauptsache unverwundbar tun. Ob derlei Repliken der Beziehungszufriedenheit dienen, bezweifle ich. Aber von der monogamen Zweierbeziehung hält Matthias Pöhm ohnehin nichts, wie er in einem Newsletter mit teilweise kruder Argumentation seine Leser wissen lässt.

Gleichwohl, die meisten seiner Seminarbesucher sind begeistert und die Medien feiern ihn. Übrigens: meine Kritik gilt nur dem Schlagfertigkeitstrainer Pöhm. Sein Rhetoriktraining, an dem ich selbst teilgenommen habe, halte ich viel.

ruhleder Warum ich von Schlagfertigkeitstrainings à la Rolf Ruhleder oder Matthias Pöhm nichts halte.Einen anderen Schlagfertigkeits-Guru stellt uns der Marketingexperte Giso Weyand in einem fünfseitigen Artikel des Weiterbildungsmagazins "managerseminare" vor: Rolf Ruhleder. Er gilt als Deutschlands härtester und mit 17.500 € Tageshonorar teuerster  Trainer.

Nun wissen wir ja spätestens seit Jürgen Höller, dass die Höhe des Trainer-Einkommens nicht zwangsläufig ein Qualitätsmerkmal sein muss. Aber lassen wir den Marketingexperten Weyand, der Ruhleder in einem Seminar und im Interview kennenlernte, selbst sprechen.

Selbst auf die Bühne gebeten, wird Weyand mit u.a. folgenden Bemerkungen konfrontiert:

  • "Wie können Sie es wagen, ohne Jackett auf die Bühne zu kommen?"
  • "Warum haben Sie eigentlich keinen Gürtel an?"
    Als er verblüfft nachsieht, stellt er fest, dass er doch einen trägt.
  • Der Blick Ruhleders fällt auf Weyands braune Schuhe und bemerkt dazu: "Braune Schuhe tragen nur feurige Italiener."

Natürlich johlt das Publikum und freut sich, wenn es einen anderen erwischt.

männertraum xs Warum ich von Schlagfertigkeitstrainings à la Rolf Ruhleder oder Matthias Pöhm nichts halte.Ich halte derlei Sprüche für Potenzgeprotze.

So wie zehnjährige Jungs auf dem Schulhof sich darin zu übertreffen suchen, wer die spannendste Geschichte oder den dreckigsten Witz erzählen kann. Dort lernt man auch das Handwerk des gegenseitigen Diffamierens, also wie man mit vermeintlich witzigen Bemerkungen den anderen sprachlos machen kann.

Für Heranwachsende ist das ja in Ordnung, üben sie doch dadurch, wo sie auf der sozialen Hierachieleiter ihren Platz haben. Und für Jungs und Männer ist der Platz in der Hierarchie ein wesentliches Merkmal der Identität.  Diesselbe Unsitte findet man ja auch immer mehr bei Politikern, die in Interviews und Talkshows oft mehr durch einen flotten Spruch auffallen als durch eine flotte Argumentation.

Aber Ruhleder hat dieses Prinzip früh erkannt und zur Perfektion gemeistert: Form vor Inhalt. Oder auch: Im Zweifelsfall siegt die Frechheit. Und wer auf einen unfairen Angriff noch eins draufsetzen kann, hat gewonnen. Ganz anders verhält sich Ruhleder - dem Artikel nach - übrigens in seinen Privatcoachings.

Das Ganze lässt sich besser verstehen, wenn man den Begriff des "Status" berücksichtigt, wie er von Keith Johnstone im Rahmen seiner Theaterarbeit als nützliches Werkzeug für die Analyse und die Steuerung von Kommunikationsprozessen verwendet wurde.

Danach unterscheidet man drei Arten von Status:

1. Im Hochstatus ist, wer durch sein Verhalten seine Überlegenheit und/oder die Unterlegenheit seines Gegenüber demonstriert. Dito: Ich habe die Kontrolle.

2. Im Tiefstatus ist, wer durch sein Verhalten seine Unterlegenheit und/ oder die Überlegenheit seines Gegenüber demonstriert. Dito: ich gebe die Kontrolle ab.

Was Schlagfertigkeitstrainer meiner Meinung vernachlässigen ist, dass es  noch einen dritten Status gibt.

3. Im Gleichstatus ist, wer durch sein Verhalten seine Ebenbürtigkeit bezüglich des Gegenübers demonstriert. Dito: ich teile die Kontrolle.

Mehr dazu hier:

Wie man durch Körpersignale den Hoch- oder Tiefstatus erkennen oder steuern kann, lesen Sie hier.

Mich stören an den Schlagfertigkeitstrainings zwei Dinge:

Erstens das Prinzip: Form geht vor Inhalt.
Das ist leider ein allgemeinerTrend ob im Fernsehen, bei der Produktgestaltung oder auch im gegenwärtigen Wahlkampf wieder gut zu beobachten.  Und was Hape Kerkeling ("Isch kandidiere") mit seinem Film oder "Die Partei" mit ihrem Programm für »...für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative« satirisch zu übertreffen suchen.

Zweitens die Art der Beziehungsgestaltung.


So wie ich es in Konzerten nicht leiden kann, wenn man auf den Künstler länger als eine Stunde warten muss (Hoch-Status-Signal) regen mich solche testosteron-gesteuerten Verbalattacken wie oben auf, wenn sie einem als Schlagfertigkeit und Kommunikationswerkzeug verkauft werden. Vor allem dann, wenn die Schlagfertigkeit auf Kosten des Gegenübers geht.

Wie zwei Führungskräfte in einer ungewöhnlichen Situation erfolgreich um den Status kämpfen ohne sich gegenseitig herabzusetzen, demonstrierte bereits Loriot vor vielen Jahren in diesem berühmten Sketch:

Man achte auf den schlagfertigen Einsatz der Bemerkung "Ach was!"

[youtube width="375" height="296"]

article 32 Warum ich von Schlagfertigkeitstrainings à la Rolf Ruhleder oder Matthias Pöhm nichts halte. Was halten Sie von Seminaren zur Schlagfertigkeit?
Wie gehen Sie mit verbalen Angriffen um?

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Roland klein xs Warum ich von Schlagfertigkeitstrainings à la Rolf Ruhleder oder Matthias Pöhm nichts halte.

1948 geboren. Früher war ich mal Bankkaufmann, Operator, Werbetexter, Versicherungsvertreter. Abitur nachgeholt, im Kibbuz ein Jahr auf den Studienplatz gewartet. Psychologie studiert.
Heute arbeite ich als Führungskräftetrainer, Psychotherapeut und Autor.

Mehr von mir erfahren können Sie in den Videos, Podcasts oder meinen eBooks und Büchern.

Oder arbeiten Sie mit mir in einem meiner Persönlichkeitsseminare., oder einem Coaching.

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61 Kommentare

  • Christoph Krüger schrieb:

    Lieber Herr Kopp-Wichmann,

    Leute wie Ruhleder und Pöhm kann ich nur verachten. Denn sie sind Abzocker, die ohne Skrupel die Weiterbildungslüge vorantreiben. Ich bin Leiter eines Fortbildungsinstituts und coache zum Beispiel Politiker in Rhetorik, Dialektik und Rabulistik. Wenn ich Ruhleder und Pöhm bei Auftritten zuschaue, dann erleide ich körperliche Schmerzen, weil beide ziemlich schlechte Redner sind, die mehrheitlich nur Banalitäten von sich geben. Wenn ich bei meinen Coachings derart aufträte, wäre ich meine Kunden ganz schnell los. Klaus J. Fink oder Wolf Ruede-Wissmann gehören auch in diese Kategorie der Bildungsverarscher. Haben Sie mal die Bücher von Ruede-Wissmann gelesen? Dort steht in jedem Buch das Gleiche, und dann ist das auch noch Mist.
    In der Regel haben diese Leute nur Verachtung für ihre Seminarteilnehmer. Ich hatte einmal das zweifelhafte Vergnügen mit einem der „Stars“ aus der NLP-Szene zu sprechen. Und wie nicht anders zu erwarten war, hatte dieser Coach sich über seine Kunden nur lustig gemacht – mit bemerkenswertem Zynismus.
    Zum Kundenstamm von Ruhleder und Co. gehören häufig Pharmareferenten, Versicherungsvertreter und Vermögensberater einer Bank. Bei dieser Kundschaft haben sie dann die Aufgabe, diese Leute zu Kettenhunden des Verkaufs heranzuzüchten, die keine Schamgrenzen kennen sollen.
    Einer meiner Partner hat in den achtziger Jahren mal Pharmareferenten trainiert und hatte den Auftrag, sie derart abzurichten, dass sie dazu bereit gewesen wären Valium als Mittel gegen juckende Füße zu verkaufen. Ich übertreibe nicht, denn aus ethischen Gründen hat mein Bekannter diese Tätigkeit aufgegeben.
    Das heißt, Ruhleder und all den anderen fehlt als Redner jede soziale Verantwortung. Und gerade diese Verantwortung gehört nach ciceronischem Maßstab zum ethischen Rüstzeug eines Redners.

  • Danke für Ihren fundierten Kommentar zum Thema “Schlagfertigkeit”. Ich sehe das genauso.
    Und Groucho Marx ist auch einer meiner Favoriten. Hier einige seiner Sprüche.

  • Christoph Krüger schrieb:

    Lieber Herr Kopp-Wichmann,

    all diese Schlagfertigkeitstrainer sind Scharlatane. Ruhleder und Pöhm ganz besonders. Wie sehr, dass verrät Ruhleders dümmlich-eitle Antwort auf Ihren Blogeintrag. Schlagfertigkeit ist nämlich nur sehr eingeschränkt erlernbar. Denn Schlagfertigkeit ist das Ergebnis von Witz, und Witz bedeutet Geist, und Geist besitzt längst nicht jeder, sondern ist eine Naturbegabung.
    Einer der schlagfertigsten Redner des 20. Jahrhunderts war der berühmte Komiker Groucho Marx und dessen unnachahmlicher Wortwitz ist das Produkt von zwei Voraussetzungen gewesen: 1. Geistesgegenwart und 2. eine überdurchschnittlich hohe Bildung, die seine Geistengegenwart und seine Intuition befruchtet hat. Das erste ist eine Begabung und das zweite kann man sich nur durch harte Arbeit erwerben. So wie Groucho Marx. Seine Bildung hat ihm die Munition geliefert für seinen Witz.

    Da Ruhleder wahrscheinlich “De oratore” und “Orator” von Marcus Tullius Cicero gelesen hat, wird er wissen – sofern er Cicero verstanden hat – wie sehr sich Rhetorik und Schlagfertigkeit aus Witz und Bildung zusammensetzt. Bekanntermaßen definiert Cicero in diesen maßgeblichen programmatischen Schriften zur Redekunst Rhetorik als die Kunst, etwas zu sagen zu haben.
    Wenn Ruhleder – und auch Pöhm – trotz dieser Kenntnisse um Cicero den Seminarteilnehmern, eine Ware verspricht, die er gar nicht liefern kann, ist er nichts Anderes als ein Hochstapler, der sein Publikum mit seinen Showveranstaltungen und dem Glamour seiner hohen Preise blendet.

    Schade, dass so viele Leute auf diese beiden Gaukler der Rhetorik hereinfallen. Diese Leute sollten sich ihr Geld lieber sparen und einmal Cicero lesen oder Groucho Marx studieren. Das ist die viel sinvollere Investition.

  • Guten Tag Herr Dittrich,

    damit hier keine Missverständnisse enstehen nochmal in aller Deutlickeit: sachliches Diskutieren und Argumentieren ZUM THEMA: sehr gerne – auch kontrovers.

    Hintergrundfabulieren und -interpretieren, aus welchen tieferliegenden persönlichen Gründen ich wohl was wie und warum gesagt haben könnte: nein danke.

    Gruß. Anne Schüller

  • Curtis Clavin Dittrich schrieb:

    Frau Anne Schüller,

    ich bin kein Coach und habe auch keine Ahnung was Coaching ist. Wie kann ich da coachen? Ebenso wenig bin ich Ferndiagnostiker. Auch das Psychologisieren ist nicht meine Sache. Solche Dinge sind mir fremd und habe damit nichts am Hut.

    Ich bin einfach gestrickt, spreche ganz normal und reagiere nur auf das, was geschrieben wird, ohne Ecken-Denken.

    Wenn meine Reaktion auf Ihre Argumentation für Sie als >unerbetenes (!) Coaching befremdlich< empfinden, ist das Ihr Problem. Wenn Sie klipp und klar eine Argumentation als nicht willkommen ansehen, dann diskutieren Sie nicht! Denn in Diskussionen kommt es eben vor, auch Argumente zu lesen, die nicht erwünscht sind.

    Andererseits, wer andere argumentativ angreift, muss auch das Echo ertragen können. Das klipp und klar!

    Damit ist das Gespräch mit Ihnen beendet. Also lassen Sie mich bitte mit Coaching-Psycho-Gehabe in Ruhe.

    Gruß, Curtis C. Dittrich

  • Guten Tag Herr Dittrich,

    ich nehme Ihren Kommentar Nr. 44 noch einmal auf. Auf mich wirkt diese Art von Ferndiagnose (was mich wohl veranlasst hat, Nr. 42 zu schreiben) und das damit verbundene unerbetene (!) Coaching befremdlich. Klipp und klar: Es ist nicht willkommen.

    Zum Thema Positionierung: Echte Premium-Marken haben es nicht nötig, marktschreierisch zu protzen und öffentlich damit zu prahlen, wie teuer sie sind. Der Markt weiß das. Und der wahre Kenner genießt und schweigt.

    Zum Thema Schlagfertigkeit: Spätestens seit der globalen Strukturkrise, die ja vor allem eine Vertrauenskrise war, zeigt sich: Wir steuern in eine neue Business-Welt. Und diese favorisiert Kooperation statt Konfrontation. Social Networks und und Web 2.0 sind die Treiber dieser Entwicklung. Die alten Haudegen werden bereits vom Thron gestoßen, im Marketing ist Sog statt Druck angesagt, Hardselling-Methoden funktionieren nicht mehr.
    In dieser neuen Welt kann man von ‘harten’ Schlagfertigkeitstrainern nur noch wenig lernen. Denn Druck erzeugt bekanntermaßen Gegendruck.

    Für weitere Details siehe auch http://www.managementbuch.de/shop/action/magazine/10204/experten_empfehlen_gute_buecher_nicht_nur_aus_wirtschaft_management_und_selbstmanagement.html;jsessionid=68D818C130E03FBE237464BDC90D9CA1.www01?aUrl=90007985

    Schönen Abend. Anne Schüller

  • “Ausschließlich der Kunde entscheidet über Leistungsangebot und Leistungswert!” sagte der Mann zu seiner Freundin, die erschrak, als er ihr verriet, dass er als Auftragskiller arbeitet.

  • Curtis Clavin Dittrich schrieb:

    Liebe Frau Fischer-Bartelmann und Frau Maria Ast,

    Ihr Status »mindestens 5 Jahre in einem Numerus Clausus Studium« berührt mich genauso wenig wie der Status eines anderen Menschen. Was ist eigentlich das Gegenteil von männlichem Potenzgeprotze?

    Leider bleibt es mir verschlossen zu erkennen, worum es Ihnen hier geht und beende meinen Gesprächsanteil mit dem Satz:

    Ausschließlich der Kunde entscheidet über Leistungsangebot und Leistungswert!

    Herzlichst, Curtis C. Dittrich

  • Hallo Frau Fischer-Bartelmann,

    herzlichen Dank für Ihren Link zu Tannen. Finde ihn eine gute und allgmeinverständliche Zusammenfassung, was Kommunikation(sunterschiede) Mann/Frau betrifft.

    Pragmatischer Tipp dazu aus meiner Praxis:
    Als Coach frage ich mich: Was braucht, was sucht der Mensch, der da grad vor mir sitzt?

    - Mitgefühl ?
    - Erkenntnis ?
    - Lösung ?

    (… mitunter ja auch alles drei).

    Diese Kurzformel habe ich vielen (Männern) mit auf den Weg gegeben, wenn es um Kommunikation mit dem Partner bzw.der Partnerin geht.

    Herzliche Grüße
    Maria Ast

  • Hallo Frau Schüller und Herr Kopp Wichmann,
    (@ Roland Kopp-Wichmann on 30 Sep 2009 at 06:31)

    Herrn Ruhleders Antwort bestätigt übrigens eindrücklich ihre Hypothese vom Potenzgeprotze (starkes Wort, und starkes Bild dazu, Klasse!): Seiner ist größer als Ihrer – Humor, Status, Teilnehmerrahmen, Umfang von positiven Teilnehmerrückmeldungen, Tagessatz. Nicht zuletzt leitet er daraus seinen eigenen Wert ab. Zitat von seiner eigenen Homepage, von der wir das Wissen über seine Person nehmen dürfen: “Die Preise der offenen Seminare in Höhe von 850 € bis 1.300 € pro Tag und Teilnehmer sieht er als Beweis besonderer Qualität. Für firmeninterne Tagungen seiner Dozenten werden 3.000 € bis 5.500 € in Rechnung gestellt” (die Instituts-interne Rangordnung bleibt also auch erhalten). Und so entsteht übrigens praktischerweise ein weiteres Statussymbol für diejenigen Teilnehmer, die sich solche Tagessätze leisten können: Ich war beim Vortrag, sogar beim Training, vielleicht sogar beim Privatissimum bei Herrn XY.

    Zum Vergleich: Wenn man hochrechnet, welcher Tagessatz sich ergibt aus der Gebührenordnung für Psychotherapeuten (zur Erinnerung: das sind die Leute, die mindestens 5 Jahre in einem Numerus Clausus Studium all das lernen, was man über Menschen, ihre Seele, Gefühle, Verhalten, deren Entwicklung und Veränderung weiß, und dann mindestens weitere 3 Jahre und einiges Geld investieren in eine Ausbildung zum Erlernen einer Methode zur Veränderungshilfe, incl. Selbsterfahrung, Supervision etc.), dann landet man bei ca. 800 € – pro Tag, nicht pro Teilnehmer. Beweis minderer Qualität??

  • Hallo, Herr Kopp-Wichmann,
    (@ Roland Kopp-Wichmannon 29 Sep 2009 at 11:21)

    Dann haben Sie hiermit ja ein interessantes Thema zum Recherchieren und aufbereiten für ein nächstes Blog über Gender… :-) Hier ein gutes zusammenfassendes Link: Communication Styles of men and women, http://homestar.org/bryannan/tannen.html,
    enthält vor allem eine Zusammenfassung der Forschungsergebnisse von Deborah Tannen.

    Ihr Beispiel mit dem Zeugnis trifft im Sinne der indirekten Ausdrucksweise, was es aber nicht ganz erfasst, ist die unterschiedliche Motivation, um auf Frau Ast zurückzukommen. Wenn ein Mann einen Mann angreift, tut er das, um Dominanz zu demonstrieren; wenn eine Frau eine Frau angreift, sollte sie dies tunlichst vermeiden. In oben genanntem Artikel wie folgt zusammengefasst:

    Men’s communicating is all about status. Think about all those nature shows you’ve ever seen on PBS. The prime goal of male beasties is to be able to mate; to do this they must be powerful enough to challenge the lead males in the herd. As they grow up, they bide their time by establishing a pecking order. When a beastie is big and strong enough to have most of the other males “under” him, he is ready to take on the “old man.” If he wins the fight, he gets to mate with the females of his choice (and they will mate only with him).

    In sharp contrast to the communication style of men, which seeks to establish and maintain status and dominance, women’s communicating is more egalitarian, or rule-by-consensus. (…) Women’s communicating also has it’s down-sides. One fact I found particularly fascinating follows from women’s communication style of consensus-building. With women, consensus means thinking alike, being in agreement, being the SAME! When one woman in a group decides to go her own way in some matter, there is often trouble: “If a girl does something the other girls don’t like, she’ll be criticized, or even ostracized…What do girls put other girls down for? For standing out, for seeming better than the others…I mean, really–no wonder people talk about women’s fear of success!” In shock, Peggy Taylor, asked, “So you’re saying the female mode prevents excellence?” And Tannen replied, “It prevents displaying it.”

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