Zeitmanagement: Software, Organizer, Blackberry, Seminar? Was hilft denn nun gegen Zeitmangel?

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Zeit

mann-mit-uhr-als-kopf-123rf790410_small.jpgLetzte Woche bekam ich eine Anfrage für ein Seminar von einer Softwarefirma. Ob ich ein Seminar über Zeitmanagement für etwa zwanzig Entwickler leiten könnte. Auf meine Frage, wie lange das denn dauern solle, bekam ich die Antwort: „Unsere Mitarbeiter haben wenig Zeit. Wir dachten so an drei, vier Stunden.“
Dies erinnert mich an die Geschichte von dem erschöpften Holzfäller, der Zeit und Kraft verschwendete, weil er mit einer stumpfen Axt arbeitete. Als jemand ihm vorschlug, doch erst einmal seine Axt zu schärfen, antwortete der Holzfäller: „Keine Zeit. Ich muss Bäume fällen.“
Als ich der Personalmanagerin der Softwarefirma sagte, dass ich für das Thema mehr Zeit brauche, fragte Sie nach meinem Ansatz und welche Methoden ich so benutze. Mit meiner Antwort war sie dann – in der Kürze der Zeit – nicht so zufrieden. Und ich war es auch nicht. Daraufhin setzte ich mich hin und ordnete meine Gedanken zu diesem wichtigen Thema.

Heraus kam Folgendes:

  1. Zeit lässt sich nicht managen.
    Sprache erschafft Wirklichkeit. Das heißt, wie man ein Problem benennt, impliziert gleichzeitig mögliche Lösungen – oder Irrwege.
    Bei der Zeit haben wir uns kulturell darauf verständigt, dass Zeit ein Objekt ist. Man also etwas mit ihr tun kann. Das ist zwar Unsinn, aber wenn viele Menschen etwas glauben, wird es leicht zur Tatsache. (Das kann man immer vor Wahlen beobachten.)

    • Die Folge unserer Verdinglichung der Zeit ist, dass wir glauben, Zeit lasse sich nutzen. Oder schenken und sparen. Nachholen. Oder gar vergeuden und totschlagen. So wie manche Menschen spazieren gehen, um „das schöne Wetter ausnutzen“.
    • Doch das geht nicht. Es gibt keine Zeit. Die Natur kennt keine Zeit. Die Natur kennt nur dauernde, fließende Veränderung. Und sie funktioniert prächtig seit Jahrmillionen. Wir terminieren ja sogar den Frühlingsanfang auf den 20. März, aber der Natur ist das jedes Jahr egal. (Der Metereologe schimpft dann gern mit der Natur: „Der Frühling kam dieses Jahr zwei Wochen zu spät!“)
    • Die Zeit vergeht ja auch nicht. Was wir Menschen eigentlich damit meinen, wenn wir staunend oder wehmütig sagen „Wie die Zeit vergeht!“ ist ja: Oh je, wir vergehen – in der Zeit. Dann wird uns bewusst, dass wir älter werden, jeden Moment, unaufhaltsam.

    Also: Zeit lässt sich nicht managen. Zeitmanagement ist auch kein Selbstmanagement, denn auch das „Selbst“, wer oder was immer das sein mag, ist auf jeden Fall kein Ding.

  2. Ihr Umgang mit der Zeit spiegelt Ihre Werte wider.
    Wenn ich bei Google die Begriffe „zeitmanagement seminar“ eingebe, bekomme ich in 0,14 Sekunden (!) 208.000 Einträge. (Wenn ich beispielsweise „kindererziehung seminar“ eingebe, findet Google nur 32.000 Einträge).

    • Daraus kann man sehen, was uns wichtig ist.
    • Also: Was Ihnen wirklich wichtig ist, dafür wenden Sie Zeit auf. (Ich zum Beispiel gerade fürs Schreiben dieses Blog-Artikels.) Niemand zwingt Sie. Es ist Ihre Zeit, Ihr Tag und Sie entscheiden.
  3. Zeit ist nicht Geld.
    Denn sonst wäre ja Langeweile ein tolles Gefühl.
    Trotzdem begegne ich immer wieder Menschen, die die Aussicht auf viel Geld dazu motiviert, dafür viele Jahre Lebenszeit zu opfern, um danach „Zeit für sich“ zu bekommen.

    • Auch ein voller Lotto-Jackpot verlockt vorhersagbar Millionen Menschen dazu, Ihr Glück zu versuchen. In meinen Seminaren spielen wir zuweilen mit dieser Phantasie, was jeder tun würde, wenn er fünf Millionen zur Verfügung hätte. Das Interessante dabei: die wenigsten wollen grundlegend etwas ändern. Und das, was einige ändern wollen (mehr Zeit für sich, für die Familie, ein Hobby, ein anderer Beruf, ein Partner etc.) – dafür braucht man fast nie fünf Millionen!
    • Also: Fragen Sie sich, was Ihnen in Ihrem Leben fehlt. Und bedenken Sie dabei: Millionäre sind nicht automatisch glücklichere Menschen. Sie haben nur andere Sorgen.
  4. Es gibt keine Sachzwänge.
    Mit der Sprache erschaffen wir wie gesagt Wirklichkeiten. Ein schönes Beispiel dafür ist der berühmte „Sachzwang“. Damit bezeichnen wir äußere unveränderbarscheinende Umstände, mit denen wir begründen, warum wir etwas tun, obwohl wir eigentlich etwas anderes lieber täten. („Ich würde ja gerne, aber Sachzwang x steht dem entgegen.“)

    • Das stimmt nicht, es gibt keine Sachzwänge. Es gibt Situationen und Folgen. Aber keinen Zwang. Wie schon Bertolt Brecht wusste: „Wer A sagt, muss nicht B sagen. Er kann erkennen, dass A falsch war.“
    • Mit der Begründung eines Sachzwangs versuchen wir, die Verantwortung für unsere Entscheidungen auf äußere Umstände abzuwälzen. Das ist menschlich verständlich und funktioniert auch oft so, dass man anderen damit etwas vormachen kann. Aber wenigstens sich selbst sollte man nichts vormachen.
    • Also: Mit welchen „Sachzwängen“ begründen Sie bestimmte Entscheidungen? Wie wäre es, wenn Sie sich bewusst machten, dass Sie sich frei entschieden haben – und eben dadurch gewisse Folgen Ihrer Entscheidung tragen.
  5. Sie haben immer die Wahl.
    Es geht mir hier nicht darum, ob diese Aussage stimmt. Und ob es nicht existenzielle Situationen gibt (Krieg, Überfall, Entführung, Krankheit etc.) in denen man keine Wahl hat. Es geht mir darum, bewusst zu machen, wie wichtig innere Einstellungen sind. Die innere Einstellung „Ich hatte (nie) eine Wahl.“ (Opferhaltung) mag für den Betreffenden eine emotionale Erfahrung sein.entscheidungen_6_small.jpg

    • Doch Einstellungen sind Einstellungen, keine Wahrheiten. Und Einstellungen sind veränderbar, wenn sie bewusst sind. Die Einstellung „Ich kann immer wählen“ ist genauso eine Einstellung – und keine Wahrheit. Aber sie hat ganz andere Folgen.
    • Die Opferhaltung (Ich habe keine Wahl) lähmt die eigene Kreativität und den Handlungswillen. Dafür fallen einem tausend Gründe und Probleme ein, warum etwas nicht geht. Das Positive: man ist nicht allein, denn es gibt Millionen von gleichgesinnten „Opfern“, zu denen mal schnell Kontakt findet. (Klagen Sie mal an der Haltestelle laut, wo wohl wieder der Bus bleibt. Sie sind sofort im Gespräch mit zuvor wildfremden Menschen.)
      Opfer haben übrigens auch ihre eigene Zeitung und ihre eigene Partei.
    • Die Haltung der Selbstverantwortung (Ich habe immer eine Wahl) setzt viel Kreativität und Handlungsenergie frei. Es gibt auch Gleichgesinnte – aber die werden meist eher beneidet oder komisch angeguckt. (Sagen Sie mal an der Haltestelle, dass Sie mit Ihrer Entscheidung, mit dem Bus zu fahren, auch dessen mögliche Verspätung mitgewählt haben. Da ernten Sie nur Kopfschütteln.)
      Diese Gruppe hat keine eigene Zeitung aber eine eigene Partei.

    Natürlich können Sie nicht über alles in Ihrem Leben bestimmen. Was Ihnen zustößt (das Glückhafte wie das Leidvolle), das haben Sie nicht „verursacht“ (auch wenn dafür zuweilen esoterische Sachzwänge bemüht werden). Das Glück wählen wir nicht und ebenso wenig das Leid. Was wir wählen können, ist die Art und Weise, wir wir damit umgehen – unsere Einstellung dazu.

    Eine häufige Begründung dabei ist, dass derjenige das verdient habe.
    Als könne man sich Glück verdienen, weil man zuvor so viel Schlimmes erfahren hat. Und als hätte einer Leiden verdient, weil es ihm davor zu lange zu gut ging. Ich halte das für Auswirkungen unreflektierter religiöser Ideen, dass es im Leben bitteschön gerecht zu gehen möge („Auge um Auge, Zahn um Zahn.“) Die Natur ist auch nicht gerecht. Und existiert seit Jahrmillionen – und wir sind ein Teil der Natur. Wäre die Natur gerecht, würden wir Menschen vermutlich nicht auf ihr leben.

    Also: „Heute ist der erste Tag vom Rest Ihres Lebens!“ hörte ich zum ersten Mal in den achtziger Jahren. Der Satz, finde ich, kann eine größere Wirkung haben als jedes Zeitmanagement-Buch, wenn man ihn bedenkt oder sich zu Herzen nimmt.

    Probieren Sie doch heute mal aus, sich öfter am Tag bewusst zu machen, dass das, was Sie heute erleben, Folge Ihrer Entscheidungen ist. Sie haben es gewählt. Das Gute, was Ihnen heute begegnet, haben Sie (mit-)gewählt. Aber auch das Unangenehme: Ihren launigen Chef, unzufriedene Kunden, den Stau auf dem Weg ins Büro, das Wetter. Sie haben es (mit)-gewählt!

    Ach, hatte ich ganz vergessen: Was man wählt, kann man auch wieder abwählen.

  6. Wer etwas will, findet Wege. Wer etwas nicht will, findet Gründe.
    Was weiter oben über nicht existierende Sachzwänge oder die Einstellungen „Opferhaltung“ versus „Selbstverantwortung“ steht, drückt dieser Spruch kurz und knapp aus.Der Unterschied zwischen diesen beiden Einstellungen ist jedoch gravierend.

    • Wenn Sie etwas nicht wollen, verlieren Sie Kraft. Genauer gesagt, Sie investieren Ihre Kraft in das Nicht-Wollen. Und Sie denken automatisch problemorientiert. Nach dem Motto: „Oh je, das ist jetzt schwierig, das klappt bestimmt nicht.“
    • Wenn Sie etwas wollen, setzt das immer Motivation und Energie frei. Bei aufkommenden Schwierigkeiten denken Sie automatisch lösungsorientiert. So nach dem Motto: „Okay, das ist jetzt schwierig aber irgendwie muss es trotzdem gehen.“

    Also: wenn Sie bei sich beobachten, dass Sie mit Gründen (keine Zeit, keine Lust etc.) wortreich vor sich oder anderen rechtfertigen, warum Sie etwas noch nicht getan haben, probieren Sie Folgendes.

    • Gestehen Sie sich zu, dass Sie einfach nicht wollten. Punkt. Sie wollten es nicht. Denn es hat nichts mit den Schwierigkeiten oder fehlender Lust oder Zeit zu tun. Das sind – menschlich verständlich – Ihre Ausreden. Sie wollten es nicht.
    • Denn überlegen Sie doch mal: für das, was Sie in Ihrem Leben wirklich wollten, auch wenn es schwierig, unangenehm und zeitraubend war – Sie haben es gemacht und geschafft!
  7. Wer Zeit haben will, muss nein sagen.
    Wie Sie aus meinen bisherigen Ausführungen vielleicht erkennen können, ist Zeitmanagement ein komplexes Thema. Was deshalb mit ein paar simplen Tools (Alpen-Methode, Eisenhower-Prinzip, Prioritätenmanagement) nicht wirklich zu lösen ist. Sie erinnern sich: die Zeit ist kein Ding. Deshalb gibt es Wassermangel oder Geldmangel – aber keinen Zeitmangel.mann-stress-handys1_small.jpg

    • Was meiner Erfahrung nach Menschen mit „Zeitmangel“ fehlt, ist die innere Erlaubnis, sich abzugrenzen. Sich getrennt von anderen zu erleben. Oder praktisch gesprochen: Wer Zeit haben will, muss nein sagen – oder lernen, öfter nein zu sagen. Vor allem ohne Schuldgefühle.
    • Dass manche Menschen das gut können und andere nicht, hängt mit den unterschiedlichen Beziehungserfahrungen in der jeweiligen Biographie zusammen. Wer früh oft hörte „Nimm Rücksicht auf andere“, „Sei nicht so egoistisch“, „Sei vernünftig, Du bist die Ältere“ lernt früh, sich anzupassen.
    • Da wird man bei Mitmenschen zwar meist beliebt aber zahlt einen hohen Preis. Nämlich dass man sich nicht gut abgrenzen kann.Entweder weil man die eigenen Grenzen gar nicht spürt oder gar glaubt, keine Grenzen zu haben. Oder zu spät auf seine Grenzen verweist. Oder dies zu zaghaft tut, weil man sich schuldig fühlt (so egoistisch zu sein). Und Angst hat, dafür abgelehnt zu werden. Da mag man verstandesmäßig wissen, dass einen die Kollegen im Büro nicht gleich schneiden, wenn man mal Nein gesagt hat aber das hilft nichts. Die gelernten Erfahrungen von früher wirken unbewusst und somit ungleich stärker als die rationale Einsicht.
    • Abgrenzen muss man sich nicht nur gegenüber anderen Menschen. Sondern bisweilen auch gegenüber eigenen Ansprüchen. Innere Antreiber sind auch gelernte Einstellungen, mit denen wir so identifiziert sind, dass wir sie nicht mehr als nützliche Antreiber erleben, sondern als Teil unserer Identität („Bei mir muss immer alles perfekt sein!“)Dann hat man natürlich auch Zeitprobleme, weil einem das gute Pareto-Prinzip „Für ein 80prozentiges Ergebnis brauchen Sie nur zwanzig Prozent der Zeit. Für ein 100prozentiges Ergebnis brauchen Sie die restlichen 80 Prozent Zeit“ zwar bekannt ist, man es aber nicht anwendet.

    Also: Zu wem oder was hätten Sie diese Woche gerne „Nein“ gesagt? Was waren die Folgen, dass Sie es nicht getan haben?
    Und wem oder was gegenüber könnten Sie sich sich heute abgrenzen?

Hinterher ist man ja immer schlauer, das weiß jeder Börsenspekulant oder Lottospieler. Im Zusammenhang mit unserem heutigen Thema „Zeit“ fand ich deshalb dieses Gedicht von Jorge Luis Borges passend, das er kurz vor seinem Tod schrieb.

„Wenn ich mein Leben noch einmal leben könnte,
im nächsten Leben würde ich versuchen,
mehr Fehler zu machen.

Ich würde nicht mehr so perfekt sein wollen,
ich würde mich mehr entspannen.
Ich wäre ein bisschen verrückter,
als ich ich es gewesen bin,
ich würde viel weniger Dinge so ernst nehmen.

Ich würde nicht so gesund leben.
Ich würde mehr riskieren, würde mehr reisen,
Sonnenuntergänge betrachten, mehr bergsteigen,
mehr in Flüssen schwimmen.

Ich war einer dieser klugen Menschen,
die jede Minute ihres Lebens fruchtbar verbrachten;
freilich hatte ich auch Momente der Freude,
aber wenn ich noch einmal anfangen könnte,
würde ich versuchen, nur noch gute Augenblicke zu haben.

Falls du es noch nicht weißt,
aus diesen besteht nämlich das Leben;
nur aus Augenblicken; vergiss nicht den jetzigen.
Wenn ich noch einmal leben könnte,
würde ich von Frühlingsbeginn an
bis in den Spätherbst hinein barfuß gehen.

Und ich würde mehr mit Kindern spielen,
wenn ich das Leben noch vor mir hätte.
Aber sehen sie … ich bin 85 Jahre alt
und ich weiß, dass ich bald sterben werde.“

PS: Ach ja, den Auftrag für das halbtägige Zeitmanagement-Seminar für die Softwarefirma habe ich nicht angenommen. Das wäre nichts Sinnvolles (aus meiner Sicht) geworden. Wenn Sie dennoch an dem Thema interessiert sind, dann ist vielleicht dieses Seminar für Sie nützlich.

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Der Autor

Bloggt hier wöchentlich seit Juli 2005. Leitet intensive Persönlichkeitsseminare: 6 TN, 3 Tage, 1 Coach. Schreibt Bücher, eBooks und eMail-Kurse. Zeichnet jetzt sogar Cartoons.

23 Kommentare

  1. Pingback: Startup Lesson 20: Fokus, Fokus und die richtigen Prioritäten setzen | woobby.com - Der Blog zur Ranking Community

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  3. Hallo Herr Niemann,
    stimmt, Sprenger vertritt auch den Ansatz der Selbstverantwortlichkeit sehr stark. Die hier vertreten Thesen laufen aber der allgemeinen Auffassung von der „Zeit“ stark zuwider. Es bruacht einiges an Nachdenken, dass eben die Landkarte (unser Verständnis von der Zeit) und die Landschaft (die Zeit) nicht identisch sind.
    Danke für Ihren Kommentar.

  4. Hartmut Niemann sagt

    Ihr Ansatz erinnert mich sehr an ein Buch, das ich vor einiger Zeit gelesen habe:
    Die Entscheidung liegt bei Dir!: Wege aus der alltäglichen Unzufriedenheit
    von Reinhard K. Sprenger
    nur dass mir der Zusammenhang der dort gemachten Aussagen zum „Zeitmanagement“ heute einiges klarer geworden ist.
    Vielen Dank.

  5. Pingback: Mit der richtigen Haltung Ziele angehen « Das Kulturmanagement Blog

  6. Pingback: “Warum man Zeit nicht managen kann” « Das Kulturmanagement Blog

  7. Helga sagt

    Ich teile Deine generelle Haltung zum Thema Zeitmanagement, aber was Du über Zeit an sich sagst, ist aus sprachwissenschaftlicher Sicht falsch.

    “Es gibt keine Zeit”, schreibst Du. Der Mensch hat aber eine Kategorie für Zeit, was man sehr gut an der Sprache sieht: die meisten Sprachen markieren Tempus an den Verbalformen, andere nutzen Adverbien. Man hat manche Sprachen wie Kalaallisut (Eskimo-Aleut) immer für tempuslos gehalten, das hat sich aber als Irrtum herausgestellt. Eine genaue Analyse des Modus- und Konditionalsystems dieser Sprache hat erbracht, dass die Zeitreferenz in dieser vermeintlich tempuslosen Sprache genauso präzise wie Zeitreferenz im Deutschen oder Englischen ist. Maria Bittner, Rutgers University, hat dazu gearbeitet.

    Der Mensch hat also eine grammatische Kategorie für Zeit. Für ihn gibt es Zeit. Du könntest auch sagen “Es gibt keine Farben”, mit der gleichen Berechtigung wie Du behauptest “Es gibt keine Zeit”. Farben sind objektiv auch nur Wellenlängen, wir benennen sie mit Adjektiven wie grün oder blau. In unserer Modellierung von Welt gibt es eben Farben.

    Was ist damit gewonnen, sich auf eine rein positivistische Auffassung zurückzuziehen und unsere Modellierungen als künstlich abzutun? Sie sind alles, was wir haben.

  8. Pingback: Not For Slaves Time Management

  9. Hallo Herr Kopp-Wichmann,

    klasse Artikel! Besonders den Aspekt der Wahlfreiheit finde ich wichtig, denn viele versuchen, über „Zeitmanagement“ alles mögliche in ihren Tag zu pressen. Dabei ist es viel wichtiger, sich klarzuwerden, was man erreichen will, und die Zeitplanung an den persönlichen Zielen auszurichten – ein Konzept, das man leider viel zu selten findet. Einer der Gründe, warum wir es in unsere Software integriert haben…

    Viele Grüße
    Klaus Wiedemann

  10. Robin sagt

    Hallo Herr Kopp-Wichmann,

    schön immer wieder von ihnen zu lesen.

    Ihren Podcast „Vorsicht: Persönlichkeitsentwicklung!“ habe ich abonniert und höre die Episoden gerne immer mal wieder beim Joggen. Um ihr Blog regelmäßig zu lesen fehlt mir die Zeit 😉

    Seit kurzen versuche ich das Phänomen „Zeitmanagement“ zu fassen und Erkenntnisse für mein Berufs- wie auch Privatleben zu erhalten. Umso mehr habe ich mich über ihren Podcast zu diesem Thema gefreut, kam genau zur richtigen Zeit 😉 Auch hier gab es wieder interessante Denkanstösse von Ihnen. Weiter so, bitte!

    Vielen Dank und beste Grüße

    Robin

  11. Stefan K. sagt

    Sehr interessante Gedanken & Worte! Ich studiere gerade nebenberuflich und habe im vergangenen Semester das Modul „Soziale Kompetenz“ belegt. Natürlich ging es hierbei auch um Selbst- und Zeitmanagement, leider nach alten antiquarischen Denkansätzen. Die Psychologie wird hierbei gerne vernachlässigt, und das finde ich wiederum fahrlässig. Ich habe diesen Artikel gerne gelesen und werde mir die anderen auch gerne „antun“. Schöne Grüße aus dem hohen Norden, Stefan K.

  12. erwin sagt

    m.m nach legt das gtd system eine zu feste struktur vor,sollte sich im to do oder terminablauf etwas ändern beginnt das komplette umschreiben der terminlisten und to do s,d.h man ändert mehr wie man bewegt.

    ich selber arbeite nach dem kybernetischen system von K.O.P.F (auf baustellen) bei diese system wird permanent der stand erfasst und mittels fortschreibung ein tatsächlicher stand angezeigt und nicht ein plan bestätigt der durch äussere enflüsse permanent im umbruch ist.

  13. Uli sagt

    Herrlich! Heute beginnt der Rest meines Lebens und das mit dem Lesen dieses Blogs und des wunderbaren Gedichts von Borges. Sicher kann man nicht direkt aus den Fehlern oder Erkenntnissen anderer lernen, trotzdem bin ich überzeugt, dass man mit dem gedanklichen Auseinandersetzen Bewusstsein oder Achtsamkeit schaffen kann. Dies wiederum kann uns früher zu bestimmten Erkenntnissen bringen, wie zum Beispiel, dass wir im „Hier und Jetzt“ leben und es fantastisch ist, barfuss zu gehen. Danke und herzliche Grüße!

  14. blogsizer sagt

    Diesselbe Erfahrung, dass Seiwert-Tipps und GTD-Tools mir nicht helfen, habe ich auch gemacht. Durch Ihren Artikel bekomme ich eine Ahnung, womit das zusammenhängt. Es hat wirklich etwas mit der Schwierigkeit, Grenzen zu setzen, zu tun.

  15. erhard-w sagt

    Interessante Thesen. Gefällt mir. Werde Ihren Blog abonnieren.

  16. Prioritäten setzen. Wer ein klar genug formuliertes Ziel und den dazugehörigen Aktionsplan hat, der weiss immer, was gerade zu tun ist.

    Persönlich habe ich gelernt, meine Zeit zu managen, indem ich mir sinnloses Surfen, Fernsehen und Lesen abgewöhnt habe und konsequent mit einer To-Do-Liste arbeite. Seitdem versuche ich noch, mir meinen Perfektionismus abzugewöhnen – und siehe da, die Zeit reicht für alles wichtige 🙂

  17. Hallo Herr Kopp-Wichmann,

    ein sehr lesenswerter Artikel welcher das Thema Zeitmanagement mal von einer etwas anderen Seite beleuchtet.

    Viele Grüße
    Thomas Schubert

  18. Sehr gute Ansätze! Sehr gutes Weblog. Ich habe die Seite gleich mal in meinen RSS-Reader aufgenommen.

    GTD (Getting things done) ist ein wirklich gutes Konzept, obwohl ich es z.Z. schwer finde es in den Alltag umzusetzen. Dabei hilft nun ein Konzept mit der Bezeichnung ZTD (Zen to Done). Das Blog Imgriff.com hat dies auf deutsch übersetzt (http://imgriff.com/serien/zen-to-done/).

    Bei ZTD wird für über Gewohnheiten gearbeitet, damit es leichter wird die Punkte aus Getting things done auch wirklich anzuwenden. Beide zusammen ist wohl ein guter Start ins Zeitmanagement. Wobei ich diesen Begriff nicht gut finde. Selbstmanagement ist wohl besser. Denn, wie man schon in dem oberen guten Beitrag lesen kann, lässt sich die Zeit selbst ja nicht verändern, nur sich selbst kann man ändern.

    Viele verlieren sich in Spielzeugen. Testen jede Woche eine andere Software, haben unzählige PDAs, teuere Notizbücher… Am Ende ist nur ein Werkzeug wichtig: Der Wille!
    Wenn der fehlt, helfen alle Konzepte und Systeme nichts. Man kann noch soviel aufschreiben, erfassen und sich vornehmen. Wenn man nicht den Willen hat es am Ende auch zu tun, dann wird es nichts. Dies gilt natürlich auch dafür, öfter NEIN zu sagen. 🙂

    Liebe Grüße
    Tom Schimana

  19. Hallo Herr Kopp-Wichmann,
    ich habe ihren Blog gerade erst entdeckt – mir gefällt ihre sehr persönliche und direkte Art sehr. Ich werde ihn auf jeden Fall weiter „verfolgen“…
    Herzliche Grüße nach Heidelberg – wo ich auch mal 3 Jahre gewohnt habe.

    Markus Sikor
    http://www.institut-sikor.de/blog/

  20. Hallo,

    ziemlich guter Artikel, finde ich. Auch, was Du sonst so schreibst. Magst Du vielleicht bei uns auf der theolounge.de mitschreiben ?

    VG Marc

  21. Marion sagt

    Hallo Roland…

    Das ist ja eine wirklich tolle Website. Bin über Zeit zu Leben bei dir gelandet. Der Blog ist echt lesenswert wobei ich das mit dem Parteienzeug komisch finde aber auch schätze wenn jemand Farbe bekennt.
    Weswegen ich schreibe? Einfach nur um zu sagen:
    NICHT ALLE MENSCHEN ARBEITEN IM BÜRO!
    Ich bin Pflegefachfrau und arbeite in einer Uniform.
    Ohne jemand zu Nahe treten zu wollen aber meine Arbeit (Gerontopsychiatrie) ist die anspruchvollste die mir bekannt ist.
    Ich kann, weiss und leiste viel auch wenn ich nicht den ganzen Tag im Kostüm rumlaufe.

    Gute Grüsse

    Marion

  22. vielen dank für ihre information … ihren blog werde ich weiter verfolgen … mit freundlichen grüßen … m schmidt

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