“Angenommen, Sie würden entführt. Was wäre Ihrer Meinung nach eine vernünftige Lösegeldsumme?”

–Böse Frage aus einem Bewerbungsgespräch

Elevator Pitch – oder “Was machen Sie denn beruflich?”

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Dich will aufwarts photocase135581883 small Elevator Pitch   oder Was machen Sie denn beruflich?iese Frage hören Sie als Selbständiger und Freiberufler häufig. Auf einer privaten Party oder einer geschäftlichen Veranstaltung lernen Sie jemand kennen und werden gefragt, was Sie denn so machen.

Oder in einem Seminar, einem Arbeitskreis oder einem Branchentreffen soll jeder sich kurz vorstellen. Eine einmalige Gelegenheit, alle Vorteile Ihrer Person und Ihres Unternehmens zu präsentieren.

Sie wissen: "Für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance." Wenn Sie jetzt so etwas sagen wie "Ich bin Immobilienmakler mit dem Schwerpunkt Gewerbeimmobilien" oder "Ich habe einen PC-Reparaturdienst, mein Spezialgebiet sind individuelle Serverlösungen", dann entspricht das zwar den Tatsachen aber es reißt niemanden vom Hocker.

Mit anderen Worten, Sie haben vielleicht jetzt eine gute Chance vertan, Ihr Gegenüber für Ihre Dienstleistung so zu interessieren, dass er nach Ihrer Visitenkarte fragt. Besser ist, Sie haben für solche - und andere - Gelegenheiten einen "Elevator Pitch" abrufbar. Was ist das bitteschön, ein "Elevator Pitch".

Ein 'Elevator Pitch' ist eine kurze, sorgfältig geplante und gut präsentierte Beschreibung Ihrer beruflichen Tätigkeit, die einerseits Ihre Oma verstehen würde und die nur so lange dauert, wie Sie in einem Aufzug in den siebten Stock brauchen. Also 30-90 Sekunden, daher der Name 'Elevator Pitch'.

Auf deutsch könnte man sagen: eine 'Aufzugspräsentation' (klingt schrecklich, oder?) Der Name kommt daher, dass früher junge karriereorientierte Aufsteiger die Dauer einer Aufzugsfahrt nutzten, um ihren Vorgesetzten in kürzester Zeit von ihren Anliegen zu überzeugen.

Heute wird er häufig von Unternehmen verwendet, die ihre Geschäftsidee potentiellen Geldgebern vorstellen wollen mit dem Ziel finanzielle Mittel zu akquirieren. Die Geldgeber bewerten die Qualität einer Idee und des Gründungsteams oft auf Basis der Qualität des Elevator Pitches, um schnell unzureichende Ideen auszusondern.

Wesentlich beim Elevator Pitch ist die emotionale Ansprache durch gedankliche Bilder, Vergleiche und Beispiele gemäß der AIDA-Formel (Attention-Interest-Desire-Action). Also eine bildhafte Sprache, die positive Assoziationen weckt und das Unbewusste des Gegenübers direkt anspricht.

So eine Kurzpräsentation ist kein Verkaufsgespräch. Also vergessen Sie alle Argumente und Vorteile über Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung. Im Vordergrund sollte der Nutzen für den Kunden stehen - und wie Sie diesen Nutzen bieten können.

Hier ein Video, was ein Elevator Pitch enthalten muss:

Wenn Sie einen solchen Elevator-Pitch für Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung konzipieren wollen, hier eine Anleitung.

  1. Klären Sie Ihre Zielgruppe.
    Wen wollen Sie erreichen: Kunden, Partner, Geldgeber? Versetzen Sie sich in die Lage Ihres Gegenübers. Was spricht ihn an? Was interessiert ihn am meisten?
  2. Finden Sie einen Haken, an dem Ihr Zuhörer anbeißt.
    Steigen Sie mit einer Frage ein. Oder finden Sie ein Bild, eine Metapher oder ein Beispiel. Eine ungewöhnliche Geschichte oder eine überraschende Information ist ebenso geeignet. So bekommen Sie die Aufmerksamkeit Ihres Zuhörers.
  3. Sprechen Sie klar und einfach.
    Keine Fremdwörter, keine abstrakten Formulierungen, keine Abkürzungen oder Fachbegriffe. (Denken Sie dran, Ihre Oma oder Ihr zehnjähriger Sohn soll verstehen, was Sie machen.) Sprechen Sie in Bildern. Dadurch verankern Sie Ihre Inhalte emotional besser im Gehirn Ihres Gegenübers.
  4. Welches Problem lösen Sie wirklich?
    Fast niemand ist an Produkten oder Methoden interessiert. Beschreiben Sie deshalb nicht Ihr tolles Produkt, die Eigenschaften Ihrer herausragenden Dienstleistung, sondern erklären Sie möglichst anschaulich, welches Problem Ihres Zuhörers Sie lösen können. Aber verraten Sie auf keinen Fall, wie Sie das Problem lösen. Genau dann, wenn er neugierig fragt, wie Sie das schaffen wollen, hat der Elevator Pitch seine Aufgabe erfüllt.
    Hierbei ist es wichtig, die wichtigsten Motive zu kennen, die Menschen antreiben. (Lesen Sie hierzu diesen Beitrag)
  5. Was machen Sie anders?
    Hier brauchen Sie überzeugende Antworten auf die Frage, warum Ihr Gesprächspartner nun gerade mit Ihnen zusammenarbeiten soll. Also bitte keine langweiligen Formulierungen wie "individuelle Lösungen", "bester Service" oder "gutes Preis-Leistungsverhältnis". Auch keine Aufzählung von Argumenten, sondern einen ganz konkreten Vorteil, den der Kunde nur bei Ihnen findet.
  6. Führen Sie einen Dialog.
    Benutzen Sie rhetorische Fragen. Sprechen Sie kein Schriftdeutsch, sondern sprechen Sie wie mit Ihrer Oma. Ob Ihr Text zündet, können Sie testen: Lassen Sie sich Ihren Text vorlesen, während Sie die Augen geschlossen haben:
    Wie fühlen Sie sich? Wo stolpern Sie innerlich? Was für Bilder steigen in Ihnen auf.
    Machen Sie den Test auch mit Kollegen, Freunden etc.

Hier finden Sie aus einem "Elevator Pitch-Wettbewerb" die besten Beispiele.

Hier ein Elevator-Pitch als Beispiel einer emotionalen Ansprache für einen

Wenn Sie eine genaue Anleitung in deutsch hören und sehen wollen, empfehle ich Ihnen diese DVD des Marketing-Beraters Giso Weyand:
Elevator Pitch - Überzeugen in 30 Sekunden  Elevator Pitch   oder Was machen Sie denn beruflich?

Wie ich Besuchern meiner Website in sechzig Sekunden erkläre, wozu ein Persönlichkeitsseminar gut ist, sehen Sie hier...

Haben Sie Erfahrungen mit dieser Methode? Wäre das auch was für Sie?
Schreiben Sie doch hier einen Kommentar.

Ach, da fällt mir zu obiger Eingangsfrage noch ein Buchtipp ein: dobelli Elevator Pitch   oder Was machen Sie denn beruflich?
Und was machen Sie beruflich?
Die schlimmste aller Fragen, sofern man wie der Titelheld gerade gefeuert wurde. Nach dem Schock der Entlassung muss er sich neu sortieren. Vor allem - wie will er es seiner Frau Jeannette beichten, die gerade unaufhaltsam Karriere macht?Dobelli schreibt sezierend, klar und ungeschminkt aus dem Berufsleben.Hier ein paar Beispiele:

  • "Würden Sie sich einstellen, Herr Gehrer?"
  • "Angenommen, Sie würden entführt. Was wäre Ihrer Meinung nach eine vernünftige Lösegeldsumme?"
  • "Haben Sie schon sinnlose Projekte in Ihrer Firma sabotiert? Warum nicht?"
  • "Viele Firmen behaupten, die Mitarbeiter seien ihr wichtigstes Kapital. Glauben Sie das auch, oder würden Sie differenzierter argumentieren?"
  • "In diesem Job ist die Fähigkeit, Leute zu entlassen, unabdingbar. Können Sie das, Herr Gehrer, Leute entlassen? Können Sie das? Die Frage hat einen Hintergrund: Der den Job jetzt innehat, weiß noch nichts von seinem Glück. Wären Sie bereit, Ihren Vorgänger auch gleich selbst zu entlassen?"
  • "Wir suchen hochgradig teamfähige Leute mit einem ausgesprochenen Sinn für Eigenleistung. Nicht umgekehrt. Verstehen Sie?"

Lesen!

article 32 Elevator Pitch   oder Was machen Sie denn beruflich? Und was machen Sie beruflich?

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Foto: © - photocase.com.

Roland klein xs Elevator Pitch   oder Was machen Sie denn beruflich?

1948 geboren. Früher war ich mal Bankkaufmann, Operator, Werbetexter, Versicherungsvertreter. Abitur nachgeholt, im Kibbuz ein Jahr auf den Studienplatz gewartet. Psychologie studiert.
Heute arbeite ich als Führungskräftetrainer, Psychotherapeut und Autor.

Mehr von mir erfahren können Sie in den Videos, Podcasts oder meinen eBooks und Büchern.

Oder arbeiten Sie mit mir in einem meiner Persönlichkeitsseminare., oder einem Coaching.

 Elevator Pitch   oder Was machen Sie denn beruflich?
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13 Kommentare

  • Feiner Artikel :-)
    Danke – habe Sie + Ihren
    Artikel auf meinem Blog erwähnt
    + einen link zu Ihnen hierher
    gesetzt. Beste Wünsche :-)

  • [...] Elevator Pitch noch einmal auffrischen. „Und was machst Du so?“ „Ich? Was mit Medien.“ „Aha.“ „Und was genau machst Du da?“ …  Zeit ist beim Rotating Dinner zwar nicht unbedingt Geld. Aber knapp ist sie auf jeden Fall. Tipps zur professionellen Vorbereitung gibt es hier. [...]

  • Liebe Frau Föhr,
    am besten, Sie wenden sich direkt an den Autor der DVD: http://www.teamgisoweyand.de/

  • Hallo Herr Kopp-Wichmann,
    interessiert habe ich die DVD Elevator Pitch gekauft und für das gratis Booklet, die auf der DVD aufgedruckte homepage-daten eingegeben. Leider gibt es immer eine Fehlermeldung. Es wäre sehr nett, wenn Sie mir den Link zuschicken könnten, damit ich das booklet downloaden kann.
    Herzlichen Dank und Ihnen einen wundervollen 3. Advent. Herzlichst, Elisabeth Marie Föhr

  • Freut mich. Ein Kompliment aus so kompetentem Mund. Danke.

  • Schöner hätten wir den Elevator Pitch nicht beschreiben können. Interessanter Blog! Kompliment.

  • Gerade heute habe ich Kunden gebeten, bis zum nächsten Beratungstermin hinsichtlich ihrer Website-Konzeption schon mal selbst an einem Elevator-Pitch zu arbeiten – und nun finde ich heute Ihren sehr schön anschaulichen Artikel dazu. Den werde ich gleich mal an meine Kunden als Ergänzung meiner Beratung weiterleiten :-)

    Überhaupt habe ich mich schon in mehreren Ihrer Artikel festgelesen und werde sicher nun öfter Ihren Blog besuchen.

    Herzliche Grüße aus Köln, Sonja P. Radke

  • [...] Doch was haben meine weiteren Recherchen noch ergeben: aus meinen Blogempfehlungen (siehe Menüleiste) habe ich u.a. folgenden Artikel von Roland Knopp-Wichmann gefunden: Elevator Pitch – oder “Was machen Sie denn beruflich?” [...]

  • [...] Reihe von Webseiten, die praktische Tipps für den eigenen Pitch geben (zum Beispiel hier oder hier). Entscheidend ist dabei die Entwicklung einer kleinen “Geschichte”, in Form eines [...]

  • Fundstück: Elevator Pitch…

    Im Blog von Roland Kopp-Wichmann habe ich einen nützlichen Artikel zum

    Elevator Pitch - oder der Frage “Was machen Sie denn beruflich?” gefunden.

  • [...] Der Elevator Pitch – Wie man eine kurze, sorgfältig geplante und gut präsentierte Beschreibung seiner beruflichen Tätigkeit hält. [...]

  • Hallo, Herr Kopp-Wichmann,

    Herzlichen Glückwunsch zum neuen Blog. Es ist nicht nur optisch sehr schön. Ihre Beiträge sind immer spannend zu lesen und bestätigend. Ich freue mich auf jeden Newsletter von Ihnen.

    Mit freundlichem Gruß,

    Andreas Hennecke
    Product Marketing Manager
    Pepperl+Fuchs GmbH

  • anita peters schrieb:

    vielen dank für ihre anregungen, wirklich gut
    der film sollte auch auf deutsch verfügbar sein oder der text in schriftform doppelt, also übereinander englisch und deutsch., da kann man gleich erleben, welche wörter man weiss und welche nicht.
    ich will mich dranmachen an meinen pitch!
    herzlichen gruss
    anita peters

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