Die kleinen Dinge.

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Achtsamkeit / Allgemein / Glück

espresso-tasse

Was macht ein gutes Leben aus?

Ein erfüllende Arbeit, von der man leben kann?
Eine Partnerschaft, in er man sich geborgen und geliebt fühlt?
Kinder, die mehr Freude machen als Sorgen?
Ein Körper, der funktioniert und nicht zu viele Probleme macht.

Die Liste ist kurz und für viele sicher nicht vollständig.
Und selbst diese fünf Punkte oben gelingen ja nicht jedem.
Und wenn sie gelingen, bleiben sie selten konstant.
Und die Veränderungen zum Schlechten fällt einem eher auf.

Seit fünf Monaten nehme ich an einem Cartoon-Zeichenkurs teil.
Die Aufgabe ist: jeden Tag mindestens eine halbe Stunde zeichnen.
Das ist manchmal gar nicht so einfach.
Entweder fehlt zuweilen die Zeit oder die Lust.

Wie bei jeder neuen Gewohnheit braucht es anfangs Disziplin.
Seit Weihnachten werden keine Aufgaben gestellt,
sondern jeder kann zeichnen, was er will.
Die Anregung war: Zeichne, was dir im Alltag begegnet.

Schon dieser Tipp öffnete meinen Blick.
Was war um mich herum?

Und dann beim Zeichnen passiert mir etwas sehr Angenehmes.
Ich bin völlig im Moment und vergesse fast alles um mich herum.
Ein sehr meditativer Zustand.
Und ich entdeckte die Welt der kleinen Dinge.

Jeder weiß, wie eine Espresso-Tasse aussieht.
Ein Kaffeelöffel. Würfelzucker.
Stimmt das?

Ich dachte das auch.
Bis ich anfing, Gegenstände um mich herum zu zeichnen.
Eine Brille, mein Frühstück, meinen Joggingschuh.
Und so entdeckte ich die kleinen Dinge.

Den Schatten auf der Untertasse.
Die Krümmung des Tassenhenkels.
Die Struktur im Würfelzucker.
Nichts Besonderes.

Aber die längere Beschäftigung mit diesen kleinen Dingen
machte mich auffallend zufrieden.
Es gibt eine halbe Stunde lang nichts Wichtigeres.
Kein Ergebnisdruck. Nichts muss damit erreicht werden.
Einfach nur schauen und das was ich zu sehen glaube aufs Papier bringen.

Vielleicht liegt manchmal das Glück in den kleinen Dingen.
Wenn wir die Muße haben und uns die Zeit nehmen, sie wahrzunehmen.

 

kommentar Welche kleinen Dinge sind Ihnen wichtig?

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Bild: © www.cartoon4you.de

Der Autor

Bloggt hier wöchentlich seit Juli 2005. Leitet intensive Persönlichkeitsseminare: 6 TN, 3 Tage, 1 Coach. Schreibt Bücher, eBooks und eMail-Kurse. Zeichnet jetzt sogar Cartoons.

7 Kommentare

  1. Mark sagt

    Es sind tatsächlich immer die kleinen Dinge, die bemerkenswert sind

  2. Lieber Roland,

    das sind schöne Gedanken. Und für mich gut nachvollziehbar. Scheint ein toller Kurs zu sein:-)
    Die kleinen Dinge, die MIR wichtig sind:
    ein schöner Sonnenaufgang, ein Vogelgezwitscher oder ein besonders schöner Platz in der Natur, wenn ich morgens auf meinem Morgenlauf unterwegs bin.
    Ich mache dann ein mentales Foto (ich bin nicht gut im Zeichnen – Glaubenssatz :-)) und ankere diesen Moment für mich.
    Danke für deine schönen Beiträge. Werde jetzt mal abonnieren 🙂
    LG von Lou

  3. Christoph Burger sagt

    Sehr schöner Artikel. Meine zeichnenden Familienmitglieder bestätigen Ihre Selbstbeobachtung. Beste Grüße, cb

  4. Lieber Roland,
    etwas Kreatives zu tun ist immer sehr erfüllend. Das mit dem Zeichnen kann ich mir auch gut vorstellen. Ich mache auch öfters etwas ganz einfaches: Ich trinke sooft ich kann meinen ersten Kaffee im Bett. Nicht nur am Wochenende auch unter der Woche. Öfters zusammen mit meinem Partner aber gerne auch allein.
    Dabei kann man herrlich träumen, Gespräche führen oder einfach nur die Ruhe und den Kaffee genießen…

    Liebe Grüße
    Gudrun

  5. Hi Roland.

    Toll wie du das Comics Zeichnen für dich gefunden hast. Es scheint als ob du täglich damit dein Umfeld bewusster wahrnimmst. zumindest, das was du zeichnest. 🙂

    Herzlichen Gruss
    Markus

  6. Ich habe früher zu meiner Schulzeit Acrylbilder für private Zwecke gemalt. Meistens, um sie Familienmitgliedern zu schenken oder die kahlen Wände mit Farbe auszustatten.

    Meine Erfahrung hat mir gezeigt, dass man bei kreativen Tätigkeiten eh kein Zeitlimit einhalten kann. Ist man im Flow, so kommt einem die 30 Minuten ja vor wie nichts. Andererseits zwing man sich damit zu der von dir beschriebenen Disziplin, die gerade anfangs nötig ist, bis es dann zur Gewohnheit wurde.

    Liebe Grüße
    Jonas

    PS: Hast du vor die Zeichnungen in deine Blogposts einzubauen?

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