Seitensprung, Affären, Eifersucht – Antworten eines Paartherapeuten.

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(Dies ist der meistkommentierte Artikel meines Blogs.)

Das zeigt wohl auch das große Interesse an diesem Thema. Vor längerer Zeit wurde ich zu obigem Thema interviewt. Da mich immer wieder Fragen zu diesem ‘heißen’ Thema erreichen, hier das komplette Interview.

Warum haben wir überhaupt Affären?

Dazu gibt es viele Standpunkte. Aber einen, den ich sehr wichtig finde, ist, dass wir biologische Wesen sind. Der Hauptzweck der Evolution ist nun mal, dass die menschliche Rasse sich fortsetzt und das spielt bei der Sexualität sehr stark mit rein. Früher ging es hauptsächlich um Fortpflanzung, sowas wie Liebe war in den vergangenen Jahrhunderten längst nicht so wichtig. Auch heute gibt es ja noch Völker, wo drei oder vier Partner zusammen leben. Das ist dort ein funktionierendes Modell, nur im Westen existiert die Idee der Monogamie. Aber die ist nun mal eindeutig gegen unser kulturelles Erbe.

Ein anderer Punkt ist der, dass Liebe und Sexualität nicht unbedingt was miteinander zu tun haben. Es ist schön, wenn es in einer Beziehung zusammen kommt, aber auch wenn man jemanden liebt, richtet sich das sexuelle Interesse nicht automatisch nur auf diesen einen.

Gibt es Menschen, die anfälliger sind für Affären als andere?

Ja, da gibt es sehr große Unterschiede. Das hat vor allem mit der Risikobereitschaft eines Menschen zu tun. Eine Affäre bringt Konflikte mit sich – äußerlich und/oder innerlich. Man muss bereit sein, die vor seinem Partner zumindest eine Weile zu verheimlichen. Es muss einem liegen zu lügen und man muss die Affäre mit seinem inneren Gewissen vereinbaren und sie von sich abspalten können. Aber genau das können viele nicht. Diese Menschen quälen sich dann und werden schon allein aus Angst seltener Affären haben.

Aber die Anfälligkeit hat natürlich auch mit inneren Werten und moralischen Standards zu tun. Wobei hier viele eine Doppelmoral haben: Wenn ich meinen Partner betrüge, macht das nichts. Aber wenn er das macht, ist sofort Schluss. Doch diese Art zu denken ist menschlich.

Wann sollte man eine Affäre beichten und wann sie besser für sich behalten?

Es kommt immer auf die gefühlsmäßige Beteiligung an. Wenn die Hauptbeziehung gut ist, und man zufällig jemanden auf einer Geschäftsreise an der Hotelbar kennenlernt und es eine sehr begrenzte oder sogar einmalige Geschichte bleibt, dann rate ich, sich es sehr zu überlegen, ob man das wirklich beichtet. Denn für meinen Partner wäre das gefühlsmäßig ein sehr viel größeres Ereignis.

Wenn ich aber eine Affäre hatte und merke, ich kann die Sache nicht vergessen, weil ich Schuldgefühle habe oder weil die Geliebte immer noch in meinen Träumen oder Sehnsüchten auftaucht, dann muss man das anders betrachten. Grundsätzlich ist das zwar immer eine individuelle Entscheidung, aber ich denke, in diesem Fall ist es besser darüber zu reden. Aber das ist keine Empfehlung, sondern eher die Erlaubnis, die Affäre zu beichten, wenn sie mich zu sehr beschäftigt.

Wie gehe ich als Betrügende mit Schuldgefühlen um, wenn ich beschlossen habe, meinem Partner nichts von meiner Affäre zu sagen?

Da sage ich salopp: Das ist eben der Preis. Das muss man sich vorher überlegen. Oder etwas verständnisvoller ausgedrückt: Da merkt jemand, dass er etwas getan hat, was mit seinem inneren Wertesystem nicht konform geht. Aber er verweigert sich einer Auflösung, die darin bestünde, dass er zu seinem Fremdgehen steht.

Gehen heute noch immer mehr Männer fremd als Frauen?

Frauen und Männer liegen mittlerweile fast gleich auf. So wie es immer mehr Frauen gibt, die rauchen und Lungenkrebs kriegen, gibt es auch immer mehr Frauen, die fremd gehen. Was ich aber nur im Zuge der Gleichberechtigung begrüße. Viel wichtiger als die Häufigkeit ist aber ohnehin die Qualität, denn Frauen und Männer haben unterschiedliche Arten von Affären. Während Männer meist nur nach Sexualität gucken, suchen Frauen oft auch einen Beziehungspartner.

Kann eine Affäre eine Beziehung beleben?
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Es rüttelt eine Beziehung ganz schön auf. Wenn die Liebe noch groß genug ist, und das ist immer die wichtigste Voraussetzung, dann sind beide auch oft bereit sich hinzusetzen und in Ruhe darüber zu reden. Ohne Schuldvorwürfe, sondern mehr aus der Sicht, was ist passiert, wieso und was ist mein eigener Beitrag dazu? Wenn zum Beispiel Kinder und Hausbau zusammen kommen, passiert es häufig, dass Mann und Frau nur noch ein funktionierendes Team zur Kindererziehung und Schuldentilgung sind, aber die Paarbeziehung zwischen ihnen vertrocknet. Wenn sich dann einem eine Gelegenheit bietet, kann es in so einer Situation sehr schnell zu einem Seitensprung kommen. Wenn der Betrügende die Affäre aber schnell wieder beendet, weil er erkannt hat, dass er sich da nur was geholt hat, was er eigentlich lieber in der Beziehung hätte und wenn beide einsehen: “Mensch, das hat gar nichts mit dir als Partner zu tun, wir haben nur einfach unsere Beziehung schleifen lassen.”, dann kann so eine Affäre zwar ein deutlicher Schuss vor den Bug sein, aber das Paar hat gute Chancen daran zu wachsen. Und zugleich erhält die Betrogene, so es die Frau ist, die Erlaubnis, dass sie noch was anderes als Mutter und/oder Karrierefrau sein darf, nämlich Frau.

Und was genau soll ein Paar in so einer Situation tun?
Das Paar muss sich mindestens einen Abend in der Woche Zeit nehmen, wo es sich aus dem Alltag ausklinkt und was unternimmt. Und zwar wirklich Babysitter organisieren und raus dem Haus, nicht einfach nur vor dem Fernseher hocken. Das ist wichtig, um sich ein paar Stunden als Mann und Frau zu begegnen. Aber wenn man sich das nicht fest vornimmt, geht das oft den Bach runter.
Ein anderes gut funktionierendes Modell ist es, wenigstens einmal im Jahr eine Woche allein in den Urlaub zu fahren und die Kinder zu den Großeltern zu geben. Auch das ist sehr heilsam für die Beziehung.

Angenommen, die Affäre bleibt geheim, kann sie dann ein Kick für die Hauptbeziehung sein?

Wenn der Affärengänger anfängt, sich gesünder zu ernähren, mehr Sport zu treiben und neue Klamotten zu kaufen, kann das für eine Beziehung durchaus belebend sein, aber zugleich auch sehr riskant. Frauen speziell sind da sehr feinfühlig. Spätestens, wenn er im Bett neue Sachen ausprobieren will, wird es gefährlich.

Was mache ich, wenn mir mein Geliebter Dinge gibt, die ich bei meinem Partner nicht bekomme?

Dann ist es Zeit für das berühmt-berüchtigte Beziehungsgespräch. Egal in was für einer ambivalenten Situation man sich befindet, es hat meist was mit der sexuellen Attraktivität seines Partners zu tun und nicht damit, dass der andere so verletzlich ist oder nicht im Haushalt hilft. Man sollte sich bei dem Gespräch aber bewusst sein, dass jeder attraktive Außenstehende im Vorteil ist gegenüber dem, mit dem man schon seit acht Jahren Tisch und Bett teilt. Hilfreich ist es hier, auch mal seine Erwartungen zu überprüfen. Müsste es mit mit meinem langjährigen Partner wirklich so aufregend sein wie mit dem? Das halte ich für unrealistisch.
Bei vielen Paaren ist aber gar nicht die sexuelle Attraktivität der Grund, sondern die Sexualität findet einfach zu wenig statt. Sei es, weil beide zu viel Stress haben oder sich den Tag zu voll packen. Das hat dann aber mehr mit Problemen in der Beziehung zu tun.

Welche Chance hat ein Paar, bei dem die gegenseitigen Vorstellungen vom Sex zu sehr differieren, also einer es zum Beispiel öfter oder wilder mag als der andere, was er sich dann in einer Affäre sucht?

Dass es unterschiedliche Wünsche in einer Beziehung gibt, und natürlich auch beim Sex, ist normal. Wichtig ist, welche Vorstellung von Beziehung ich habe. Beziehung ist ja nicht einfach eine gegenseitige Bedürfnisbefriedigung in dem Sinne, dass der andere alle meine Wünsche erfüllt und zwar gleichzeitig. Es gibt einfach nicht den idealen Partner, jedenfalls nicht mehr nach der Phase der Verliebtheit. Ich habe heute einen schönen Satz gelesen: “Eine gute Beziehung zeichnet sich dadurch aus, dass ich zu meinem Partner hundertprozentig Ja sagen kann, obwohl er in seinen Eigenschaften vielleicht nur zu sechzig Prozent meiner Idealvorstellung entspricht.” Das trifft den Nagel auf den Kopf. Eine Beziehung ist nicht wie ein Kaufhaus und wenn mir was nicht gefällt, gehe ich ins nächste. Eine Beziehung ist eine Entscheidung für einen Menschen. Mit all seinen Macken und Begrenzungen. Die ich ja genauso habe.

Aber eine gewisse Übereinstimmung sollte doch schon da sein, oder?
Natürlich sollte die Schnittmenge der jeweiligen Bedürfnisse und Befriedigungen möglichst groß sein. Aber manchmal geht es hierbei gar nicht primär um die Sexualität, sondern um die Angst vor zu viel Nähe. Jemand, der viele Affären hat, hat oft auch ein Problem sich zu binden. Aber wenn er das nicht weiß, fängt er immer wieder neue Beziehungen an und beendet sie mit der Begründung, dass es ihm zu langweilig war. Dabei wurde es ihm eigentlich nur zu eng.

In so einem Fall sorgt eine Affäre natürlich immer für Distanz. Dabei wollte er gar nicht fremdgehen. Er hatte nur Angst, verschlungen zu werden, nicht mehr er selber zu sein oder keinen Freiraum mehr zu haben. Diese Beziehungsphantasien treten häufig auf und haben nicht immer was mit dem konkreten Partner zu tun, sondern oft mit den Erfahrungen, die man in der Kindheit und Jugend gemacht hat. Hier kann eine Therapie helfen.

Was halten Sie von offenen Beziehungen, in denen Fremdgehen erlaubt ist?

Nach meiner Erfahrung funktionieren diese Beziehungen nicht, weil die Liebe sich letztlich schwer teilen lässt. Bei der Sexualität geht das noch. Aber schwierig wird es, wenn man sich in jemanden verliebt, der dann vielleicht mehr will, aber nicht Teil einer offenen Beziehung sein mag. Dann kann ich diese Affäre natürlich beenden und sagen, der klammert, das will ich nicht. Aber selbst wenn man nur mit Leuten zusammen ist, die alle offene Beziehungen wollen, fangen irgendwann Sachen an, wie: Wo verbringt man das Wochenende? Und dann kommen Fragen wie: Warum bei dem? Wir haben uns doch schon seit vier Wochen nicht gesehen. Warum Weihnachten immer dort? Es gibt also auf jeden Fall viel Gesprächsstoff, ist sehr aufregend und dramatisch. Und meistens langt es einem am Schluss.

Wie kann ich lernen, meinem Partner nach einem Seitensprung wieder zu vertrauen?

Zuerst mal ist es wichtig, ganz viel miteinander zu sprechen. Und dem ‘Betrügenden’ zu sagen, was er tun könnte, damit man ihm wieder vertrauen kann. Er muss etwas wiedergutmachen. Aber nicht mit Geschenken, sondern auf eine andere Art und Weise. Es hilft auch nicht zu sagen: “Komm jetzt, Schwamm drüber, das ist doch schon ein halbes oder zwei Jahre her!” Wenn die Affäre immer wieder Thema wird, muss man gucken, wie man das tatsächlich begraben kann. Ich habe gute Erfahrungen damit gemacht, wenn der betrügende Partner etwas wiedergutmacht, was ihn schmerzt.

Haben Sie ein Beispiel dafür?

Ich hatte mal ein Paar in der Therapie, da hatte er ein sehr ausuferndes Hobby und war am Wochenende immer weg. Die Frau war damit nicht einverstanden. Sie hatte keine Angst, dass er sich in der Zeit mit anderen trifft, sie hat sich einfach nur gelangweilt. Diese Frau hat ihrem Mann gesagt: “Das hat mir so weh getan, ich will einen Ausgleich. Wenn du wirklich weiter mit mir zusammen sein willst, wäre es für mich ein Ausgleich, wenn du statt eines ganzen nur einen halben Tag auf dem Tennisplatz verbringst und wir in der restlichen Zeit was gemeinsam machen.” Dabei geht es nicht um eine Strafe, sondern um die Möglichkeit, was gemeinsam zu tun.

Funktioniert es, Gleiches mit Gleichem zu vergelten, also selber fremdzugehen?

Wenn zwei Partner füreinander die ersten Sexualpartner waren, ist das vielleicht gar kein so schlechter Ausgleich. Denn dann sieht der Betrogene, dass die anderen auch nur mit Wasser kochen. Aber als ein simples Aufrechnen nach dem Motto: “Dann siehst du mal, wie ich gelitten habe!” funktioniert meistens nicht. Außerdem kann man sowas ja auch schlecht verabreden. Man kann nicht sagen: “Also gut, jetzt mache ich das auch und dann sind wir quitt.”

Wie geht man mit Eifersucht auf die (Ex-) Geliebte des Partners um?

Zuerst mal muss man sehen, ob der Betrogene generell Schwierigkeiten hat zu vertrauen oder ob er sich viel vergleicht und bei den Vergleichen immer schlecht abschneidet. Denn dann haben die Gefühle mehr mit der Persönlichkeit des Eifersüchtigen zu tun.

Aber wenn die Affäre zum Beispiel unter Kollegen war und ich weiß, dass die Ex-Geliebte noch Ambitionen hat, dann kann es helfen, meinen Partner zu bitten, einen endgültigen Schlussstrich zu ziehen. Denn wenn immer noch SMS mit verführerischem oder zweideutigem Inhalt kommen, hält der andere ganz klar die Grenzen nicht ein.

Und dann kann ich ihn darauf festnageln?Titel

Das würde ich auf jeden Fall tun. Denn Beziehung hat ganz viel mit Entscheidung zu tun. Wenn ich mich für jemanden entscheide, entscheide ich mich gegen drei Milliarden anderer Männer beziehungsweise Frauen als Intimpartner. Die Entscheidung für einen Partner ist auch mit einem Verlust verbunden. Das steckt ja auch bei den unseligen Dreiecksgeschichten dahinter, wo einer über mehrere Jahre eine Geliebte hat. Damit versucht er diesen Verlust zu umgehen, nur eben heimlich. Er hat eine treusorgende Ehefrau und Mutter seiner Kinder, und für das Aufregende hat er seine Geliebte. Da gehören aber drei dazu.

Aber die Betrogene weiß doch gar nichts von der Affäre ihres Mannes.

Ich denke, meistens weiß sie es. Aber sie macht eine ganz klare Rechnung auf, vor allem wenn Gütertrennung vereinbart ist. Sie weiß, sie müsste im Falle einer Scheidung wieder arbeiten gehen, also nimmt sie seine Affäre in Kauf. Umgekehrt hat auch die Geliebte ihre Rechnung. Sie will keine feste Beziehung, hat keine Lust jeden Tag einzukaufen und zu kochen, sie will einfach nur eine spannende Beziehung. Dann reicht ihr eine Affäre, manchmal über Jahre.

Viele Betrogene, in erster Linie Frauen, wollen am liebsten alles über “die Andere” wissen. Auch wie sie im Bett war. Ist das hilfreich oder macht es alles noch schlimmer?

Davon halte ich überhaupt nichts. Das ist ein Übergriff in eine andere Beziehung, die einen nichts angeht. Man muss sich ja auch fragen: Was mache ich dann mit der Information? Versuche ich das zu kopieren, um den Partner zu halten, merkt er das erstens und trete ich zweitens in einen Vergleichswettbewerb ein, den ich wirklich unwürdig finde. Außerdem bringt das nichts. Selten sagt ja derjenige, der die Fragen stellt: “Ach, das ist aber echt gut, dass ich das mal erfahre. Das gibt mir ganz viel und baut mich so richtig auf.” In der Regel ist man nur verletzt und gekränkt.

Wenn also frau das Bedürfnis verspürt, diese Fragen zu stellen, dann lieber runterschlucken und nichts sagen?

Ja. Mit sich alleine ausmachen oder mit einer Freundin. Oder wirklich die Beziehung beenden und akzeptieren, dass der Partner ein Eigenleben hat und einem nicht zu hundert Prozent gehört. Wenn er mit einem anderen aufregende Nächte hatte, ist es wichtig zu klären, ob das weitergeht oder welche Konsequenzen man ziehen will. Aber sich zu erkundigen, was genau passiert ist, hat mehr damit zu tun, dass man sich fragt, was hat die andere, was ich nicht habe. Und da sind Frauen ja groß drin. Sie vergleichen sich gern und sind unzufrieden mit dem, was sie haben. Selbst die schönsten Models finden ihre Ellenbogen oder irgendeine andere Stelle ihres Körpers absolut hässlich. Ich finde, man tut sich da nichts Gutes.

Wann sollten Paare Hilfe bei einem Paartherapeuten suchen?
Nicht zu spät. Aber die meisten Paare kommen zu spät.

(Mehr über meinen Ansatz, mit Paaren zu arbeiten, lesen Sie hier…)

Und wann ist zu spät?

Wenn der Vorrat an Liebe aufgebraucht ist und der Sack an Problemen größer ist als die Liebe. Dann kommen viele Vorwürfe und Verletzungen, aber um sich mit denen auseinanderzusetzen, egal ob innerhalb oder außerhalb einer Therapie, braucht es diese Liebe. Und die Überzeugung: “Ich will aber noch mit mit dir zusammen leben. Wir haben zwar eine Haufen Scheiß angerichtet, aber das räumen wir jetzt gemeinsam auf.”

Oft kommen Paare zu mir, von denen einer sich trennen will und der andere nicht. Da finden dann nur zwei, drei Sitzungen statt, bis endgültig klar ist, der eine will nicht. In dem Fall war es also zu spät.

Woran merkt man denn, dass man Hilfe braucht?

Sobald es anfängt zu knirschen. Wenn ich erst mit einem Kolbenfresser in die Werkstatt komme, ist es ja auch zu spät. Ich muss kommen, wenn ich merke, das Auto tuckert so komisch und da blinkt immer ein Licht. Es muss ja auch nicht immer gleich eine ganze Therapie draus werden. Manchmal reicht auch schon eine professionelle Einschätzung oder ein paar Tipps. Das kann auch ein gutes Buch leisten, aber der Vorteil eines guten Therapeuten ist, dass er individuell auf die Probleme des Paares eingeht.

Gibt es Paare, bei denen der Vorrat an Liebe tatsächlich aufgebraucht ist, so dass die Beziehung zwangsläufig vorbei ist?

Nein, die Liebe ist in dem Fall einfach nur verschüttet. Ich vergleiche sie gern mit einem Garten. Wenn ich in dem nichts tue, wächst da trotzdem was und er ist grün. Wenn ich aber Rosen haben will, muss ich die erstmal pflanzen. Aber auch wenn ich sie nur pflanze und dann wieder drei Jahre nichts tue, wird man von den Rosen relativ wenig sehen. So ist es bei jedem anderen Hobby auch, egal ob Autos, Tennis oder Segelfliegen, das sind alles komplizierte Systeme, die Aufmerksamkeit, Zeit und Pflege brauchen. Das leuchtet allen Leuten sein. Nur bei der Beziehung denken die meisten, dass sie von selbst funktioniert.

Und wie kann man die Rosen, sprich die Liebe, wieder zum Vorschein bringen?

Dafür ‘verordne’ ich zum Beispiel Zwiegespräche. Dafür trifft sich das Paar einmal in der Woche und spricht eine ganze Stunde in einer bestimmten Form miteinander, ohne sich zu unterbrechen. Paare, die diese Anregung aufgreifen, haben eine ganz gute Prognose. Aber die Paare, die nach vier Wochen zu mir kommen und sagen: “Wir hatten gar keine Zeit, wir haben keinen Termin gefunden.”, die hoffen auf ein Wunder und sind nicht bereit, irgendwas zu tun. Das ist in Ordnung, aber für ihre Beziehung ist es nicht gut.

Männer reden ja oft nicht gern.

Vielleicht weil hier die Geschlechter unterschiedlich denken. Frauen sind der Meinung: So lange wir über unsere Beziehung reden können, ist es ganz gut. Auch wenn es schwierig ist und Probleme wie Affären auftreten, so lange wir im Gespräch bleiben, ist es gut. Unglückseligerweise denken Männer aber ganz anders. Männer denken: Entweder es funktioniert oder es funktioniert nicht. Wenn wir erst groß über die Beziehung reden müssen, stimmt da was nicht.

Aber soll man denn nun über die Beziehung reden?

Ich bin bestimmt kein Fan von andauernden Beziehungsgesprächen, aber ich bin trotzdem der Meinung, dass es wichtig ist, zu reden. Es gibt eine schöne Regel von dem amerikanischen Paarforscher John Gottmann, die besagt, dass auf jede unangenehme Erfahrung in der Beziehung fünf positive kommen müssen. Nicht 1:1, das ist dann keine gute Beziehung. Aber eine positive Erfahrung kann ja auch mal nur ein Anlächeln sein.

Doch wenn man sich den Beziehungsalltag bei Paaren anguckt, dann ist das Verhältnis 5:1 eher andersrum. Scharfe Worte, Beleidigungen, nicht antworten, irgendwas machen, was den anderen ärgert und dann alle vier Wochen mal einen Blumenstrauß. Aber das klappt in den seltensten Fällen.

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PS: Über Fremdgehen und Dreiecksbeziehungen und welche Männer besonders davon betroffen sind, können Sie auch mehr in meinem neuen Buch lesen. Es gibt einen Extra-Blog dazu: www.frauen-wollen-erwachsene Männer.de

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Beziehungen sterben leise. Unausgedrückte Wünsche, zurückgehaltene Gefühle und und ungeklärte Konflikte haben ihre Folgen. Die Gefühle erkalten, es gibt immer mehr Streit. Am Ende hat man sich auseinandergelebt.

Beziehungsprobleme lösen sich nicht von alleine. Beziehungsprobleme müssen immer aktiv angegangen und gelöst werden, wenn Beziehung und Sexualität lebendig und dauerhaft befriedigend für beide sein sollen.

Hier können Sie mehr über das Ebook erfahren …

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282 Kommentare

  • Smilie schrieb:

    Hallo Herr Kopp Wichmann,

    ich habe gerade Ihren Blog gelesen und bei einigen Kommentaren meine eigene Situation gesehen.

    Kurze Beschreibung meiner Beziehung. Ich bin seit 25 Jahren verheiratet. Während dieser Zeit hatte mein Mann immer wieder Affären, mal länger mal kürzer. 2005 trennte ich mich dann zum ersten Mal von meinem Mann, bis heute insgesamt schon 3 x. Die erste Tennung dauerte ca. 1 Jahr. Er lebte in diesem Jahr auch mit einer jüngeren Frau zusammen. Nach ca. 1 Jahr trennte er sich wieder von dieser Frau und wollte wieder mit mir zusammen sein. Ich ging auch darauf ein, aber mein Mann hielt nach wie vor Kontakt mit dieser Frau (angeblich aus finanziellen Gründen, dies erfuhr ich aber erst sehr viel später). Was für mich sehr verletzend war. Es endete erst wirklich, als ich erneut versuchte mich zu trennen.

    Aber diese Versöhnungszeit hielt leider auch wieder nicht sehr lange an. Ca. 1/2 Jahr später hatte er wieder eine Affäre, ich zog wieder aus und nach ca. 6 Wochen wieder ein. Dann kam die bis jetzt letzte Affäre. Sie begann ca. 2008 relativ harmlos (lt. seiner Ausage) und lief bis jetzt. Wieder bin ich ausgezogen und die andere war so gut wie eingezogen. Jetzt hat er sich wieder bei mir gemeldet. Er sagt, dass er gemerkt hat, dass er nur mich liebt und nur mit mir leben will. Er hat auch die Beziehung zu diese anderen schon beendet und sie ist auch schon ausgezogen. Das ganze ist jetzt nicht mal eine Woche her.

    Ich weiß einfach nicht mehr, was ich machen soll. Ich liebe diesen Mann. Würde es gerne mit ihm nochmal versuchen, aber gleichzeitig habe ich furchtbare Angst, wieder verletzt zu werden oder in einem 1/2 Jahr wieder vor den Trümmern meiner Hoffnungen zu stehen. Über eine Paartherapie haben wir zwar gesprochen, aber noch nichts unternommen.
    Können Sie mir einen Rat eben.

    Liebe Grüße
    Smilie

  • Hallo Smilie,
    einfach so weiter machen, hat wohl wenig Sinn. Denn Sie haben eine On-Off-Beziehung. Ihr Mann kann oder will bisher nicht treu sein. Sie machen es ihm leicht, weil Sie ihn immer wieder aufnehmen. Aus Liebe, schreiben Sie. Vielleicht aber auch aus der Angst, nicht ganz verlassen zu werden.

    Sie beide müssten also klären, was hinter Ihren Verhaltensweisen steckt. Über die Voraussetzungen für das Treusein habe ich ja diesen Artikel geschrieben. Darüber könnte sich Ihr Mann Gedanken machen. Sie könnten untersuchen, warum Sie so viel Geduld haben und nicht längst das Weite gesucht haben. All das geht am besten mit professioneller Unterstützung. Sie sollten also die Sache mit der Paartherapie angehen.

    Danke für Ihren Kommentar.

  • Mario Peters schrieb:

    Hallo erst mal,
    ich fand Ihren Artikel sehr interessant aber ich glaube er ist noch zu einfach.
    Ich selber lebe seit 23Jahren in einer Beziehung davon 17 Jahre verheiratet, mit 3 Kindern. Was ich nie glauben wollte, sind die Sprüche fürs Leben z.B. “Die Ehe ist der Versuch, Probleme gemeinsam zu lösen, die man alleine nicht hat.” oder “Das meiste Geld spart man dort wo man es nicht ausgibt” etc. aber an all den Sachen ist was dran.

    Meine Erfahrung in der langen Beziehung ist die: nachdem man sich gefunden hat, fängt man an, Kompromisse zu schließen. Frauen sind auf dem Gebiet wesentlich geschickter als Männer. Der Mann denkt viel einfacher und gibt sich Stück für Stück auf. Über die Jahre wird die Schere der Kompromisse so groß, das man nicht mehr bereit ist, weitere Kompromisse einzugehen, da man festgestellt hat, dass Frau Ihre Freiheiten hat und man selber an der Wand steht.

    Männer sind alle Schweine, man kann euch nicht trauen etc. ein besonderes venomen, wenn es der Frau in die Argumentation passt, heißt es immer, bei anderen ist das auch so, wenn nicht heißt es, wir sind nicht bei anderen. Dabei haben Sie uns vor die Wand gestellt. Leistet der Mann sich dann aber ein Hobby, ist er sofort Egoist, hat keinen Familiensinn mehr und um das Hobby gibt es nur Stress. Trotz vieler Gespräche über Beziehung den Willen, Zeit miteinander zu verbringen, scheitern hier viele Beziehungen mit der Begründung, der ist in der Midlifekrise.

    Die große Kunst ist nun, wenn man vor einem Riss zwischen beiden steht, diesen zu schließen mit einem Neubeginn.
    Er steht rechts mit den Pantoffeln, Sie links mit den Tanzschuhen. Bei den meisten scheitert es jetzt daran, dass jeder versucht, den anderen auf seine Seite zu ziehen aber keiner versucht, die Kombination sich in der Mitte zu treffen. Wobei ich in den Beispielen den Sex oder Affären ganz außen vor lasse. Da vertrete ich eine ganz eigene Meinung (Ich bin kein Typ dafür) aber ich würde jedem raten zu genießen und zu schweigen.

    Gruß
    Mario Peters

  • Sehr interessanter Blog. Ich werde mich hineinlesen, insbesondere in die vielen Kommentare. Ich selbst habe eine Affäre hinter mir, von der meine Frau erfahren hat. In meinem Blog setze ich mich damit auseinander und ich würde mich freuen, an der einen oder anderen Stelle Kommentare zu bekommen. Für alle Beteiligten war die “Angelegenheit” kein Zuckerschlecken. Aber ich denke, alles hatte seine Gründe. Das Leben geht weiter, meine Frau und ich sind ein Stückchen schlauer und ziehen unsere Konsequenzen. Mal sehen, wohin es uns führt.
    Beste Grüße
    autumn

  • Hallo Therese,
    wer mit Schlamm wirft, kriegt meist noch mehr Schlamm ab. Ich verstehe Ihre Wut auf die andere Frau aber Sie können da nur verlieren. Vor allem, wenn Sie in einem Dorf wohnen. Die Leute reden immer, und sie werden dann über sie reden. Die andere Frau wird nicht einlenken, sondern ihrerseits eskalieren.
    Meine Empfehlung: lassen Sie Ihre Wut woanders raus. Bei Ihrem Partner oder schreien Sie im Wald. Gegenüber der Frau sollten Sie souverän schweigen und sie durch Nichtbeachtung strafen.

    Danke für Ihren Kommentar.

  • therese 27 schrieb:

    Hallo Herr Kopp Wichmann,
    ich bin Ihnen sehr dankbar,für Ihre sehr hilfreiche antwort. Werde eine therapie anfangen die nur für mich gut ist. Habe aber ein weiteres anliegen an Sie: Gestern habe ich erfahren, dass sich die geschichte über mein mann sehr ausgebreitet hat s.z. es weiss jetzt jeder. Es ist auch ein sehr kleines dorf, wo jeder natürlich über jeden alles weiss. Die andere Frau erzählt nur lügen, sie hätte nicht gewusst, dass er verheiratet u.s.w. Ich bin sehr wütend und hätte Ihr gerne gesagt, was ich über sie denke.
    Was meinen Sie, sollte ich das tun? Und es ist noch meine 8 jährige tochter da, die es ganz bestimmt aus der schule erfährt, habe riesenangst davor -was sollen wir machen? Ihr das jetzt schon sagen,aber wie? Es tut mir sehr weh, sie wird es aber irgendwann bestimmt erfahren…
    Helfen Sie mir bitte. Vielen dank im Voraus.

  • Hallo Therese,
    da sind Sie wirklich sehr auf sich gestellt und haben offensichtlich wenig Unterstützung. Ich denke, Sie müssen sich auf angemessene Weise abgrenzen, gegen Ihren Mann, gegen Ihre Schwiegermutter und einen Weg finden, der für Sie lebbar ist. Vielleicht würde Ihnen dabei eine therapeutische Unterstützung nur für Sie gut tun.

  • therese 27 schrieb:

    Hallo Herr Kopp Wichmann,
    vielen herzlichen dank für ihre Kommentar. Sie haben mir mit ihrer antwort sehr viel geholfen. Sie haben auch absolut recht, dass es für uns einfach besser wäre weggzuziehen. Es war auch in unserer überlegung, da ich hier aber einen tollen mini job habe, wo diese traumhaft schöne wohnung dazu gehört, ist es natürlich sehr schwer. Ich habe von anderen leuten gehört dass die andere hier nicht lange bleiben wird, schon aus diesem grund, weil sie nicht möchte, dass ihr kind ihrem erzeuger kennenlernen wird. so hat sie es gesagt…

    Es ist aber auch nicht einfach, weil ihre ganze familie hier wohnt und die stehen ihr bei .. und sind auch oft mit dem kind spazieren. Was ich aber auch angst habe, dass mein mann irgendwann damit kommt, dass er das kind besuchen möchte, das wird bei mir aber eindeutig schluss!
    wir haben schon 3mal eine paartheraphie besucht, es war aber leider nicht sehr hilfreich, weil die Therapeutin hat sich nur darauf bezogen, dass er dass kind besuchen sollte, weil der auch halt um die ecke wohnt, es hat mir sehr wehgetan und nichts gebracht. meine ganze familie wohnt 800km von hier, ich habe niemanden der zu mir in so schlechten zeiten stehen würde, bin ganz alleine…

    Meine schwiegermutter die mir als person sehr nah steht und mir immer wichtig war, steht zu ihrem sohn und nicht zur mir. sie hat sogar gesagt, das kind wäre ihr blut und sie ist halt die oma. es hat mich umgehauen, dass ihr sohn mir so was antut und sie liebt ihm noch mehr! Sie erzählt mir auch oft von der anderen, wie sie abgenomen hat, wie sie gut aussieht..es verletzt mich sehr, weiss nicht wie es weiter gehen soll…

  • Hallo lonelystone,
    eine wichtige Frage, die Sie klären müssen, ist: Warum wollen Sie diesen Mann nur als Geliebten und nicht als Partner? Hat das etwas mit ihm zu tun oder trauen Sie sich selbst nicht, eine feste Beziehung einzugehen.

    Den “Albtraum” können Sie nur beenden, indem einer von Ihnen eine Entscheidung trifft. Offenbar wollen Sie sich ja mehr trennen als er. Das geht aber nicht, indem man sich dauert sieht und Kontakt hält. Wenn man etwas ändern will, muss man etwas aufgeben. Wenn man den Preis für eine Entscheidung zahlen will, hat man das Hinundher, das jetzt bei Ihnen schon ein Jahr dauert.

    Also, wenn Sie es beenden wollen, kein Kontakt, keine Anrufe – und die Gefühle mit sich ausmachen, die das auslöst. Anders geht es nicht.

    Danke für Ihren Kommentar.

  • lonelystone schrieb:

    Hallo Herr Kopp-Wichmann,

    ich habe wirklich folgendes Problem: Seit fast einem Jahr spiele ich leider die Rolle einer Geliebten und ich bin
    wirklich nicht stolz darauf. Der Mann ist verheiratet und seine Frau eine sehr liebe Person,so wie ich das einschätzen kann.
    Dennoch ist es ein Hin und Her, der Verstand ist mal mehr mal weniger aktiv. Wir wissen beide,dass es falsch ist,was wir tun, dennoch treffen wir und heimlich und gestehen uns jedes Mal unsere unglaublich große Liebe zueinander.

    Es haben sich in den letzten Monaten irrsinnig tiefe Gefühle entwickelt. Das macht das Beenden noch schwerer als sonst.
    Ich bin ständig diejenige,die es endlich beenden will, es aber nie alleine schafft. Denn er ist seelisch nicht dazu bereit, mich loszulassen. Aus einem bestimmten Grund sehen wir uns auch täglich im Alltag.

    Er hat sich verändert, kümmert sich mehr um sein Aussehen, und ich habe das Gefühl, dass ich als Geliebte Balsam für seine fast zerrüttete Ehe bin. Er schöpft aus meiner Zuneigung Kraft für seine Hauptbeziehung. Und ich bleibe dabei kraftlos zurück und habe nichts. Vorgeschlagen hat er mir, dass er seine Frau und Familie für mich aufgeben würde, wenn ich ihn will.
    Ich habe nicht genug Willen, um eine Beziehung mit ihm zu führen, gesagt habe ich ihm das hunderte Male. Er will nicht begreifen.

    Bitte sagen Sie mir, wie kann ich diesen schmerzhaften Albtraum beenden? Es wird immer schlimmer für mich und ihn.
    Ich will ein Ende, aber wie? Wir halten ständig Kontakt über alles Mögliche.

    Vielen Dank
    Mit freundlichem Gruß
    lonelystone

  • Hallo Therese,
    ich glaube, Sie haben Ihrem Mann zu früh “verziehen”. Oft verzeiht man zu schnell, um sich mit den ganzen Gefühlen nicht auseinandersetzen zu müssen. Schwamm drüber! Aber meist geht das nicht. Sie merken jetzt, welche Gefühle da sind.

    Sie sollten die Affäre und die Folgen mit Ihrem Mann besprechen und emotional verarbeiten. Eventuell wäre dabei eine Paarberatung für eine Weile sinnvoll, weil das wahrscheinlich recht schmerzhaft und schwierig für Sie beide ist.

    Auf einer praktischen Ebene glaube ich, dass Sie sich beide überfordern, wenn die andere Frau so dicht bei Ihnen wohnt und Sie sollten eine räumliche Distanz erwägen. Entweder Ihr Mann dringt bei dieser Frau darauf, dass Sie wegzieht. Wenn das nichts fruchtet, sollten Sie gemeinsam umziehen. Sie quälen sich sonst zu sehr. Und von sich zu verlangen, darüber zu stehen, halte ich für eine seelische Überforderung.

    Danke für Ihren Kommentar.

  • therese 27 schrieb:

    hallo herr kopp wichmann,
    mein mann hatte vor 3 jahren eine affäre mit einer 20 jährigen. sie wusste dass, er verheiratet ist und kind hat, mich kannte sie auch. nun hat sie in einer anderen stadt studiert. ich habe sie dann auch nicht mehr gesehen,aber bei einer disco party sind sich mein mann und sie näher gekommen und er hat um ihre nummer gebeten. gleich nach 5 tagen haben die sich getroffen und gleich miteinander geschlafen. dann noch 2 mal. mein mann hat die affäre nach 7 wochen beendet.

    nach 2 monaten schrieb sie ihm eine sms, sie sei von ihm schwanger. mein mann hat es mir kurz vor der geburt gesagt! ich war schockiert, habe ihm verziehen. aber die frau wohnt hier gleich um die ecke, läuft mir sehr oft über den weg, auch mit dem kind – es tut mir sehr weh, das kind zu sehen. jedes mal fange ich an zu zittern und könnte vor schmerz in meinem herz schreien. danach gibt’s immer streit mit meinem mann. es kommt alles wieder hoch. er sagt er will mit denen nichts zu tun haben, das vertrauen ist aber weg. was soll ich denn machen mit der wut und schmerz.

  • Hallo Gaby,
    verbitten Sie sich energisch jeden Kontakt gegenüber der Frau. Fordern Sie auch von Ihrem Mann, dass er dafür sorgt, dass Sie in Ruhe gelassen werden.
    Ob es rechtliche Schritte gibt, bezweifle ich erst einmal. Bis da die Polizei im Sinne von “Stalking” eingreifen kann, muss viel passieren. Ich setze eher darauf, dass Sie deutliche Grenzen ziehen und diese auch einhalten.

    Danke für Ihren Kommentar.

  • Gaby schrieb:

    Hallo Herr Kopp-Wichmann,
    mein Mann hat vor kurzem seine Affäre beendet. Nun ist seine Ex bei mir vor der Haustür aufgetaucht und hat mir einen Brief übergeben, indem sie die ganze Affäre seitenweise beschreibt. Ich möchte das nicht. Wie kann ich mir diese Frau vom Halse halten. Gibt es rechtliche Schritte?
    Ich bitte um kurze Info.
    Grüße

  • Hallo Lilly,
    freut mich zu lesen, was aus der Sache geworden ist.
    Halten Sie mich auf dem Laufenden, wenn Sie möchten.

  • Lilly schrieb:

    Hallo, Herr Kopp-Wichmann,

    einen kleiner Nachtrag zu “meiner Geschichte”:

    Ich bin bisher noch gar nicht dazu gekommen, diesem Mann ein zeitliches Ultimatum zu stellen.
    Er hat sich mittlerweile entschieden, ohne meinen “Druck”, gegen seine Ehe, für mich.
    Er hat mit seiner Frau gesprochen und wird in Kürze aus der Ehewohnung ausziehen.
    Nicht zu mir, das wäre keine gute Lösung gewesen, sondern in eine eigene kleine Wohnung.
    Wir geben uns ein Jahr, uns besser kennen zu lernen, bevor wir uns für einen gemeinsamen Weg entscheiden.

    Vielen Dank noch einmal für Ihren Kommentar.
    Vielleicht werde ich in einem Jahr hier noch einmal etwas schreiben …

    Herzlichen Gruß,
    Lilly

  • Lilly schrieb:

    Vielen Dank Herr Kopp-Wichmann für Ihre rasche Antwort.

    Ja, Sie haben natürlich Recht: Eine Beziehung benötigt irgendwann eine verbindliche Entscheidung und ich will eine Beziehung, keine Affäre.
    Ich habe überlegt, wie ich die nächsten Jahre leben möchte.
    Die Antwort ist klar: Ein Status quo kommt für mich nicht in Frage.

    Ich kenne diesen Mann erst seit 6 Wochen, also zum Glück noch nicht so lange.
    Der emotionale Einbruch wäre also noch überschaubar.
    Warum er sich noch nicht getrennt hat lag in der Vergangenheit am Gesundheitszustand seiner Frau (der hat sich nun offenbar gebessert) und daran, dass die bisherigen Affären ihm, wie er sagt, nicht viel bedeutet haben.

    Ich werde überlegen, wie lange ich eine entsprechende Frist voraussichtlich ertragen kann und ihm das sagen. So wie ich mich kenne, wird das eine eher kurze Zeitspanne sein.
    Danach werden wir entweder gemeinsame oder getrennte Wege gehen.

    Ihr Blick „von außen“ hat mich bestärkt in dem, was ich auch bereits vage als Lösung ins Auge gefasst habe.

    Danke nochmals und viele Grüße,

    Lilly

  • Hallo Lilly,
    schwierige Situation, in der Sie da sind, für die es keine einfache Lösung gibt.

    Wie oft im Leben kommt es darauf an, was Sie wirklich wollen. Wenn Sie eine neue Beziehung wollen, müsste der Mann Ihnen erklären, was “die bestimmten Gründe” sind, warum er sich noch nicht getrennt hat – auch nicht bei den anderen Frauen. Und dann könnten Sie ihn auch fragen nach dem Zeitrahmen. Es hört sich von außen so an, als ob dieser Mann eben beides will: Ehe und Affären.

    Wenn es Ihnen nicht in erster Linie um eine neue Beziehung geht, dann könnten Sie ja das, was da ist, genießen, müssten nur Ihre Schuldgefühle im Zaum halten. Sie schereiben nicht, wie lange die neue Beziehung schon geht. Wie wäre es, wenn Sie sich – und ihm – eine gewisse Frist setzen, bis zu der Sie Klarheit haben möchten?

    Beziehung braucht ab einem bestimmten Punkt immer eine Entscheidung. Für etwas und gegen etwas. Wer diese Entscheidung glaubt nicht treffen zu müssen, entscheidet sich immer für den Status quo.

    Danke für Ihren Kommentar.

  • Lilly schrieb:

    Hallo Herr Kopp Wichmann,

    eigentlich bin ich eine „erfahrene“ Frau im reiferen Alter, für die es nichts Ungewohntes ist, bei sich zu sein und zu wissen, was sie eigentlich will. Eigentlich.
    Trotzdem werde ich zur Zeit von Amivalenzen gebeutelt, die ich gerne gegen eine klare Linie eintauschen möchte.

    Nach dem Tod meines langjährigen Lebensgefährten ( eine in jeder Hinsicht erfüllte 8-jährige eheähnliche Beziehung, bei der wir beide uns als „angekommen“ fühlten ) bin ich viel zu früh eine „Ersatzbeziehung“ eingegangen.
    Meine sonst recht gute Intuition hat wohl aus einer gewissen Bedürftigkeit heraus bei der Auswahl versagt und trotz mehrerer Versuche wurde daraus keine tiefere Bindung, aber eine immerhin irgendwie lebbare Beziehung, die bis vor kurzem mal besser, mal schlechter lief.
    Ein Endpunkt wurde gesetzt, als wir beide, fast zur selben Zeit, einen potentiell neuen Partner kennen lernten. Trotzdem war die endgültige Trennung schmerzhafter, als ich es jemals vermutet habe. Zumindest sind wir Freunde geblieben und arbeiten ab und an unsere gemeinsame Zeit auf.

    Der Mann, in den ich mich nun verliebt habe, ist verheiratet und hat mir von Anfang an „reinen“ Wein eingeschenkt. Er sagt, seine Ehe bestehe zwar seit Jahren nur mehr als Wohngemeinschaft, aber eine harte Trennung sei aus bestimmten Gründen nicht so einfach möglich, er spricht mit Respekt und Achtung von seiner Frau und das finde ich eigentlich gut. Wäre es anders, würde ich ihn nicht akzeptieren können.
    Auch er hat sich sehr in mich verliebt und war fast beleidigt, als ich freundlich, aber deutlich sagte, dass ich keine Affäre mit einem verheirateten Mann eingehen will. Er sieht das nicht als Affäre, sondern eher als „beginnende Liebe“ (ich bin da skeptischer“, für mich fängt Liebe wesentlich später an, auf alle Fälle erst nach einer längeren gemeinsamen Zeit) und will eine Situation schaffen, bei der er sich offen zu mir bekennen kann.

    In diese (vielleicht vorläufig nur angedachte?) Absicht werde ich mich nicht einmischen, weder aktiv noch passiv, denn ich denke, das ist seine eigene Angelegenheit.
    Ich weiß zwar, dass ich in keine intakte Ehe eingebrochen bin, trotzdem kann ich mit dieser Situation nicht gut umgehen.
    Ich möchte ihn auch nicht fragen, an welchen Zeitrahmen er denkt, weil ich nicht weiß, ob man das überhaupt so planen kann.

    Ich bin hin- und hergerissen.
    Ich fühle mich in seiner Anwesenheit sehr gut, leicht und so wie ich bin, akzeptiert, empfinde es fast als Vorstufe von “Angekommensein”. Das gibt mir eine gewisse Sicherheit.
    Da ich eine eher sinnliche Frau bin, für die Sexualität ganz einfach zum Leben dazu gehört, ist es nicht einfach, sich fürs erste einem „Affären-Charakter“ ganz zu entziehen.
    Andererseits hat er seine Frau in der Vergangenheit immer wieder mal „betrogen“, womit ich grundsätzlich Schwierigkeiten habe, weil ich meine, Verheimlichen nimmt dem anderen das Recht auf Reaktion, was mich selbst sehr wütend machen würde.

    Ich schwanke zwischen Funkstille (Verstand gesteuert) und Hinwendung (von was auch immer gesteuert ) und weiß zur Zeit einfach nicht, wo ist Vertrauen angebracht, wo ist aus Selbstschutz Vorsicht notwendig … es ist ein schrecklicher Zustand.

    Zum Glück kann ich mich in meine Arbeit, die mir sehr wichtig ist, vertiefen und daraus auch Kraft schöpfen.
    Trotzdem wäre ich Ihnen für einen Tipp zur weiteren Erkenntnis oder vielleicht zum weiteren Vorgehen sehr dankbar.

    Mit freundlichen Grüßen,
    Lilly

  • Hallo Liz,
    Sie haben sich einen schwierigen Menschen als Partner ausgesucht. Mit schwierig meine, es scheint jemand zu sein, der nur um sich selbst kreist. Psychologisch nennt man das “Narzissmus”. Das können recht fesselnde Menschen sein, es ist nur ziemlich schwer, ihnen nahe zu kommen. Sie messen oft mit zweierlei Maß, sind enorm kränkungsempfindlich, können aber im Gegensatz ziemlich verletzen, wofür sie wenig Gespür haben.

    Die Frage ist: Angenommen, Ihr Freund ändert sich nicht, können oder wollen Sie dann weiterhin mit ihm leben? Oder unterliegen Sie der häufigen Täuschung von vielen Frauen, dass, wenn sie erst einmal zusammen wohnen, verheiratet sind, ein Kind da ist etc. er sich schon ändern wird.

    Danke für Ihren Kommentar.

  • Liz schrieb:

    Lieber Herr Kopp Wichmann,

    ich selbst trotz meiner jungen Jahre bin ein gebranntes Kind aus vergangenen Beziehungen, die zumeist mit einem herausgefundenen Seitensprung endeten. Vor drei Jahren dachte ich den Partner gefunden zu haben, mit dem neues Vertrauen möglich ist – allerdings wurde es aufgrund von Arbeit/Studium eine Fernbeziehung – 800 km, zwei Länder zwei Realitäten.

    Ich habe mich in dieser Zeit mehr als bemüht, meinen Partner so oft wie möglich zu sehen – hatte oft den Eindruck, dass ich seinen Alltag mehr teile, als er meinen (weil ich meistens zu ihm fuhr). Wir haben eine sehr intensive Beziehung, er sagt dass er mich sehr liebt, ich bin für ihn seit Jahren wohl die erste Beständigkeit im Leben. Letztes Jahr – das habe ich im November herausgefunden – habe ich erfahren, dass er mich in einer Phase in der wir beide extrem unter Stress standen (Examen auf meiner Seite) nach 2 Jahren Beziehung (mittlerweile sind es drei) im letzten Sommer mehrfach betrogen hatte. Für mich war dies enorm schmerzhaft und ein Trennungsgrund. Letztlich hat jedoch sein Flehen und Weinen dazu geführt, dass ich über meine eigenen Prinzipien hinweg versucht habe, wieder Vertrauen zu gewinnen und bei ihm geblieben bin.

    Seit dieser Zeit merke ich, wie ich ein Kontrollfreak werde (seine emails lesen, handy…ständiges “checken” ob ich mich da nicht auf das Falsche eingelassen habe). Gewissermaßen – wenn ich ehrlich zu mir bin – gehe ich davon aus, dass es wieder passiert – kann mich aber auch nicht trennen, da ich ihn sehr liebe und an dem hänge, was uns verbindet. Hinsichtlich Leidenschaft und Sex hatten wir nie Defizite – in unserem Fall war wohl ein Grund die Entfernung und die unterschiedlichen Realitäten in denen wir leben.

    Hinzu kommt, dass er ein sehr freilebiger und anspruchsvoller Mensch ist. Er sagt, was er vermisst (wünscht sich, ich beginne Tanzkurse und so weiter uns so fort) er braucht ständigen Input und ständig neue Herausforderungen…in langen Diskussionen hat er sich dazu bekannt, dass er generell Sex und Liebe trennen würde – und deshalb in einem sexuellen Kontakt mit seinen Affären nie angezweifelt hat, dass er mich liebt. Für mich klingt das völlig absurd. Für mich klingt auch absurd, dass er sagt, einen Menschen könne man nicht besitzen – nur weil ich der Meinung bin, dass man einen Menschen mit dem man eine Beziehung führt nicht teilen möchte. Er selbst würde mich ebenfalls nicht teilen wollen. Zwar hat er gesagt, dass er mir einen Seitensprung verzeihen würde – dennoch glaube ich, dass ist seinerseits einfacher gesagt als getan.

    Er ist übrigens davon ausgegangen, dass ich nicht wissen wollte, wenn er mich betrügt – und für ihn macht das ja auch keinen Unterschied zu seinen Gefühlen gegenüber mir. Nun habe ich durch “Schnüffelei” herausgefunden, dass er nach wie vor mit seinen Affären in (teils freundschaftlichen) Kontakt ist (was er mir schon vorher gesagt hat, aber mich stört es trotzdem) – und dass eine dieser Ex-Affären ihm explizit angeboten hat, ein neues kleines Adventure zu beginnen, weil wiederum ihr Partner einen Monat nicht zu Hause ist….die Antwort meines Freundes habe ich nicht gelesen – aber jetzt geht mir natürlich “der Arsch auf Grundeis”, da ich ihn einerseits nicht darauf ansprechen kann (da er dann weiß dass ich seine emails gelesen habe…) andererseits aber klare Ansagen brauche. Er selbst hat, als ich ihn indirekt angesprochen habe, ob er ein erneutes Bedürfnis nach einem Side-Adventure hat, natürlich geantwortet nein – und betont dass unsere Beziehung nicht leicht ist, ihm aber unglaublich wichtig … ich bin seitdem ratlos.

    Vielleicht können Sie mir mehr dazu sagen.

    Vielen Dank

  • Liebe Eva,
    freut mich, dass Sie mit meiner Antwort etwas anzufangen wussten. Dass ich vielleicht auch etwas schrieb, was Sie irgendwie schon wussten aber nicht so hätten ausdrücken können.

    Alles Gute auf Ihrem Weg.

  • Eva schrieb:

    Herr Kopp-Wichmann,
    ich danke Ihnen für Ihr schnelles Antworten.

    Das bedeutet: Sein Fremdgehen ist eine Handlungsstrategie, die auf unbewussten Verhaltensweisen fußt, die ohne eine Bewusstmachung des Unbewussten nicht zur Auflösung geführt werden können.

    Sein Fremdgehen ist keine Absage an meiner Person, aber mein Bleiben in der Beziehung wäre eine Absage an meiner Person von mir an mich selbst gerichtet. Ich kenne die Ursachen meines Gefühls des Ungenügens und versuche sehr daran zu arbeiten indem ich mich mit mir selbst zu versöhnen versuche und Minderwertigkeitsgefühle als eine Art fremden Koffer auf meinem Hotelzimmer verstehe, dessen Kleider ich situationsbedingt anziehen musste, derer ich mich aber auch entledigen kann. Ich muss mich dann nur trauen nackt zu sein.

    Ich habe etwas verstanden, danke dafür!!

    Anbei soll noch gesagt sein, dass ihr Blick auf die Dinge des Zwischenmenschlichen und auch auf die des Alltags faszinierend klar ist. Chapeau!

    Viel Erfolg weiterhin und viele Grüße, eva.

  • Hallo Eva,
    ich glaube, Sie hoffen auf das Wunder, dass in Ihrer Beziehung Ihr Freund sich jetzt anders verhalten wird. Da bin ich ziemlich skeptisch, denn Wunder gibt es zwar, aber sie sind selten.

    Sie beschreiben doch die vermutlichen Gründe, warum Ihr Freund fremdgeht, sehr genau. Kompensation unguter Gefühle, Verlustängste, Bindungsprobleme etc. Hilfreich ist es, das Fremdgehverhalten als mehr oder weniger als unbewusste Strategie für bestimmte schwierige Situationen zu verstehen. Ich glaube nicht, dass Ihr Freund den Partner mit dem Fremdgehen verletzen will, es geht gar nicht um die Partnerin, er versucht, sich damit selbst zu retten.

    Wie alle über die Jahre ausgeübten Gewohnheiten ist dieses Verhalten mit Sicherheit “in seine Persönlichkeit”, genauer gesagt, im Gehirn neurologisch verankert. Prinzipiell ist das trotzdem veränderbar, aber nur unter zwei Voraussetzungen. Ihr Freund müsste das von sich aus wirklich verändern wollen. Und er müsste hart an sich arbeiten und zwar mit professioneller – also psychotherapeutischer – Hilfe.

    Genauso wichtig ist aber für Sie, sich die Frage zu stellen, warum Sie sich einen solchen Partner ausgesucht haben und dann noch hoffen, dass es zwischen Ihnen anders sein wird. Könnte es sein, dass Sie mit starken Minderwertigkeitsgefühlen zu kämpfen haben und deshalb hoffen? Dann wäre das erste Fremdgehen von ihm ein weiterer Beweis, dass Sie es doch nicht wert sind. Oder Sie erhoffen sich eine Aufwertung Ihrer Person, indem er bei Ihnen aufhört mit dem Fremdgehen. Aber bitte, das sind nur Vermutungen von mir auf die Ferne.

    Danke für Ihren Kommentar.

  • Eva schrieb:

    Hallo Herr Kopp Wichmann,

    mein Freund (30) ist in seiner vorangegangen, 11 Jahre andauernden Beziehung vielfach auf heftigste Weise fremdgegangen. Er betrog nach eigenen Aussagen um eine Leere in sich selbst zu kompensieren, die aus den verschiedensten Gründen entsteht (berufliche Misserfolge o.ä.). Da er sehr attraktiv und beruflich erfolgreich ist erhält er überdurchschnittlich viele Angebote von Frauen.

    Mir ist bewusst, das ich mir diesen Partner wohl nicht umsonst ausgesucht habe, da gerade mein Thema der Vergleich mit anderen und das eigene vermeintliche Ungenügen ist. Darauf blicke ich sehr genau und versuche meine eigenen Ängste von der tatsächlichen Bedrohung in der Beziehung durch Fremdgehen fern zu halten.

    Doch ich kann nicht ganz greifen, was es ist, was ihn so handeln ließ. Ich bin mir nicht sicher, ob ich darauf vertrauen kann, dass jetzt alles anderes werden soll. Seine Eltern trennten sich als er 12 war. Die Mutter ging wegen einem anderen Mann. Er hat Verlustängste, Angst nicht zu genügen. Auch Angst sich wirklich zu binden und sich auf jemanden einzulassen, der ihm am Ende durch ein Weggehen weh tun könnte. Sein Fremdgehen erzeugte Spannung in ihm. Spannung die er mochte, vielleicht brauchte.

    Ich wünsche mir von Ihnen eine Antwort auf die Frage, ob es anders werden kann, oder ob Fremdgehen in seiner Persönlichkeitsstruktur eingebrannt ist? Ob Fremdgehen ein Instrumentarium ist, innerste Unsicherheiten und Verletzungen zur Bestätigung der schlechten Prophezeiung zu erzeugen? Was kann ich tun, um dieses Verhaltensmuster aus der anderen Beziehung nicht eines Tages in meiner eigenen Beziehung vorzufinden?

    Ich freue mich tatsächlich sehr, wenn Sie darauf eingehen könnten und danke Ihnen schon einmal im Voraus. Viele Grüße, eva.

  • Hallo Fiona,
    vier Wochen Abstand in einer Klinik kann helfen, wenn Sie dort an gute Therapeuten geraten, die mit Ihnen den Konflikt aufarbeiten und vor allem an Ihre wohl vorhandene Wut rankommen. Das weiß man natürlich im voraus nie.

  • Fiona schrieb:

    Hallo Herr Kopp-Wichmann,

    ich habe Ihnen vor längerer Zeit mal geschrieben, weil ich eine Affäre mit einem verheiraten Mann hatte. Über dieses ganze miese Spiel, was er gespielt hat, bin ich bis heute noch nicht drüber weg. Zumal ich mit diesem Kerl ja auch zusammen in einer Abteilung arbeite. Ich bin nun am überlegen, ob ich eine Psychosomatische Therapie machen sollte. Einfach mal 4 Wochen hier weg, aber mich überkommen auch Zweifel, ob mir dieses überhaupt etwas bringen würde. Wie ist denn Ihre Meinung dazu?

    Herzliche Grüße
    Fiona

  • Hallo Funny71,
    die Beweggründe, eine Affäre zu beginnen und fortzusetzen, sind vielfältig – und dem “Fremdgeher” meistens unbewusst. Jeder findet zwar seine passenden Erklärungen (haben uns auseinandergelebt, ich wollte mehr Sex etc.) aber meist greifen diese Theorien zu kurz.

    Natürlich zahlen Sie erstmal den emotionalen Preis für die gegenwärtige Situation. Aber Sie sind nicht Opfer, sind nicht hilflos. Doch bevor Sie jetzt vorschnelle Aktionen planen, gilt es, herauszufinden, was die tieferen Gründe für das lange Fremdgehen Ihres Mannes sind.

    Esoterische Erklärungen helfen da wenig, verschleiern nur, dass eine der Hauptursachen sicher in Ihrer Ehe liegt. Dabei geht es nicht um Schuld, sondern mehr darum herauszufinden, wie sich Ihr Zusammenleben in den letzten Jahren entwickelt hat, dass Ihr Mann “all das, was Sie sich aufgebaut haben” zu riskieren.

    Das kann man als Paar allein kaum. Die jeweiligen Gefühle (Wut und Schmerz bei Ihnen, Schuldgefühle bei Ihrem Mann) sind meist zu groß, als dann man zu den tieferen Ursachen vordringen kann. Außerdem braucht es eine gewisse Portion Selbsterkenntnis und Reflexionsfähigkeit, um sinnvoll über sich nachdenken und sprechen zu können.

    Deshalb rate ich Ihnen zu einer Paartherapie. Ob Ihr Mann dazu bereit ist, ist schon der Test, wie Ihr Mann zu Ihrer Ehe steht. Ist noch ein Rest Liebe da oder lebt er eigentlich schon ganz in der anderen Welt? Informationen darüber, wie Paare in Schwierigkeiten kommen können, finden Sie auf meiner Website über Paartherapie.

    Wenn ich Ihre Zeilen lese, habe ich eine Vermutung, warum Sie beide jetzt in dieser Situation sind. Vielleicht war Ihrem Mann das gemeinsam aufgebaute Leben “zu perfekt” und er fühlt sich nur noch in der Rolle desjenigen, der immer funktionieren muss, um all das aufrechtzuerhalten. Jetzt bei der anderen Frau kann er der starke Held sein, der dafür auch bewundert wird. Wie gesagt, nur eine Vermutung.

    Danke für Ihren Kommentar.

  • Funny71 schrieb:

    Hallo Herr Kopp Wichmann,
    auch ich habe die vielen Beiträge unter anderem auch Ihren mit viel Aufmerksamkeit gelesen.
    In jedem Forum werde ich darauf hingewiesen, dass ich nicht die einzige betrogene Ehefrau sei.
    Was mir allerdings fehlt, das genauere eingehen darauf, wie ich als betrogene Ehefrau mit mir selber erst einmal wieder zurecht komme.
    Wo nehme ich die Kraft her, wieder am Leben teil zu nehmen.
    Warum muß ich als betrogene Ehefrau bei Entdeckung des Seitensprunges die geballte Ladung von Schmerz abbekommen. Mein Mann und die Geliebte hatten einen langen Zeitraum eine schöne Zeit, ich habe unter dessen gearbeitet, und mich um die Kinder gekümmert.
    Jetzt habe ich den Seitensprung herausgefunden und habe das Gefühl, dass mir zu unrecht der Schmerz aufgetragen wurde. Ich wurde nie gefragt, ob ich damit einverstanden bin. Mein Mann und ich haben uns das Leben doch zusammen ausgesucht.
    In ihrem Beitrag hört sich alles so legitim an, was einen Seitensprung angeht
    Wie erkläre ich mir das, mein Mann geht fremd, und das 3 1/2 Jahre. Wir haben ebenfalls alles gehabt, Kinder Haus feste Jobs.
    Da läßt er sich auf eine Frau ein, mit zwei Kindern von zwei verschiedenen Männern, hochverschuldet und total fremdbestimmt.
    Mir fehlt einfach das Verständnis dafür.
    Mein Mann sagt ja, ich würde das niemals verstehen, es war eine Parallelwelt, sie hatten das Gefühl sich aus einem früheren Leben zu kennen, waren auf geistiger Ebene einfach konform.
    Obwohl mein Mann es nicht begrüßte, dass diese Frau so labil und teilweise auf fremde angewiesen war, genoss er es, ihr zu helfen mit Rat Tat und natürlich auch sexuell.
    Mir fehlt einfach die Logik für solch eine Vorgehensweise. Das fast Perfekte, was man sich in 14 Jahren aufgebaut hat für eine Baustelle, was nicht seine Baustelle ist, zu riskieren.
    Ich würde mich freuen, wenn Sie auf meinen Beitrag reagieren würden.
    Danke Funny71

  • Hallo,
    in einer Beziehung muss die gemeinsame “Schnittmenge” möglichst groß sein. Dazu gehört auch die Sexualität. Wenn wir in Ihrem Fall die Bedürfnisse dabei so weit auseinanderliegen, wird das schwierig. Wenn eine Trennung nicht in Frage kommt, sucht man nach anderen Wegen. Das haben Sie getan und ist in der vorliegenden Situation wohl auch immer noch die beste. Es hat eben alles sein Preis.

    Danke für Ihren Kommentar.

  • muppets50 schrieb:

    Hallo Herr Kopp Wichmann,
    ich möchte gerne meine Erfahrungen mit einer längeren Affäre mitteilen!

    Die Ursache dass es zur Affäre kam, lag und liegt auch bei uns in der Sexualität! Meine Frau hat kaum sexuelle Bedürfnisse und ich kam und komme damit überhaupt nicht zurecht! Zu Beginn unserer Beziehung habe ich das nicht so wahr genommen, allerdings fiel mir dann später auf, dass die Initiative zum Sex nie von Ihr aus ging.
    Zugespitzt hat sich das ganze dann nach der Geburt unseres zweiten Kindes! Bis dahin schob ich die Lustlosigkeit meiner Frau auf die Schwangerschaften und die damit verbundenen Hormonumstellungen und den Umzug in ein fremdes Umfeld. Als sich dann aber nach einem Jahr immer noch keine Besserung abzeichnete, drängte ich Sie zu einer Therapie!
    Bei einer Therapeutin in Ludwigsburg machten wir eine Eheberatung und entsprechende Therapie, die wie bereits von Ihnen beschrieben mit Gesprächen, Zeit für Unternehmungen nur zu zweit und neu erlernen des Vorspiels beim Sex als Inhalte hatte.
    Leider hat all dies nicht den erhofften Erfolg für uns gebracht!
    Nach dieser langen Zeit der Abweisung durch meine Frau musste ich aus Selbstschutz die Entscheidung treffen mit Ihr keinen Sex mehr haben zu wollen!
    So konnte ich wenigstens für mich zur Ruhe kommen, weil ich nicht mehr abgewiesen werden konnte!
    Von nun an gab und gibt es keinerlei körperliche Nähe mehr zwischen uns, weil ich das einfach nicht mehr ertragen kann!
    Eine Trennung war für mich kein Thema, weil auch bei uns eine Trennung zum finanziellen Fiasko geführt hätte durch unsere laufende Immobilienfinanzierung!
    Dazu hätte auch eine Trennung bedeutet gute Freunde verlassen zu müssen und ein doch angenehmes Umfeld der Gemeinde, Vereine und unserer beider Familien!

    Zufällig habe ich dann eine Frau kennen gelernt die in ihrer Beziehung ebenfalls nicht glücklich lebt und wir waren uns auf Anhieb sympathisch! Nach langsamer Annäherung und intensiven Gesprächen wurde daraus eine schöne Beziehung…quasi fast eine Art Doppelleben! Auch bei Ihr stand eine Trennung von Ihrem Ehemann nie zur Debatte und so holten wir uns in unserer Affäre all das, auf was wir zum Teil jahrelang verzichten mussten! Wir genossen es körperliche Nähe zu spüren und auch gemeinsame Unternehmungen haben wir organisiert! Die Affäre ging beinahe 3 Jahre lang bevor sie endete. Zu der Zeit wurde es immer schwieriger unsere Treffen zu organisieren, auch weil Sie beruflich immer mehr eingespannt war! Die Trennung war beiderseits tränenreich, aber unter den Umständen leider unausweichlich!
    Es ist uns die ganze Zeit gelungen mit viel Disziplin und Vorsicht unsere Affäre vor unseren Ehepartnern zu verheimlichen!
    Für mich war es nicht nur eine Affäre! Ich bereue nichts und würde es wieder tun wenn ich noch einmal eine passende Partnerin finden würde!
    Ich bin jetzt 50 Jahre alt und ertappe mich zur Zeit immer öfter bei dem Gedanken, mich noch einmal auf die Suche nach einer Affäre zu machen. Die erlebten Gefühle und Zärtlichkeiten lösen diese Gedanken aus.

    muppets50

  • Veronika Skornicka schrieb:

    Hallo Herr Kopp Wichmann,
    danke für ihre nette Kommentar.Wir hatten gestern eine Aussprache und es tat mir ganz gut.Ich muß noch dazu sagen:mein Mann ist ein sehr schwieriger Mensch.Er ist schon immer mit allem unzufrieden.Ihm geht sehr viele sachen auf die Nerven.Wir gehen auch sehr selten abens weg,weil er lieber auf der Couch liegt.Das macht mir auch alles nichts aus.Aber was ich sagen wollte ist,mein Mann brauchte immer schon ein Kick in seinen Leben.Seine Kicks sind Pornos und Nackte Frauen ohne Kopf aus dem Internet runderladen.Oder nach tollen Autos schauen.Das alles machte mir nichts aus.Er sagte mir gestern das er mir micht weh tun wollte.Er hatte mit ihr nie irgendwelche Absichten.Sie haben sich über belanglose sachen geschrieben.Und er meinte,wenn er mich verlassen wollte dann hätte er es schon längst getan.Denn er schreibt ihr schon seit ein halbes Jahr. Er meint das wir keine Ehekriese haben.Ich hätte aus eine Maus einen Elefant gemacht.Aber er hat sie mir ja verheimlicht. Wenn er Probleme hat weiß er immer das wir darüber reden können,meinte er.Im Bett hatten wir auch noch nie Probleme.Ich habe ja auch immer geklaubt es läuft alles bei uns normal,bis ich halt rausbekommen habe,dass er einer Frau sms schreibt.Vieleicht habe ich ja wirklich überreagiert?Er bemüht sich wirklich um mich,denn er hat angst das ich ihn verlassen könnte.Wir wissen das wir wieder mehr für uns machen müssen.Wir arbeiten seit gester daran.Ich muss es meinem Mann hoch anrechnen,dass er noch bei mir ist.Denn was ich ihn die letzten Wochen auf grund dessen angetan habe.Ich habe so viel getrunken das er den Notdienst kommen lassen musste,und die haben mich eine Nacht in die geschlossene Anstalt eingeliefert.Danach habe ich meine ganze Wut an ihm ausgelassen.Trotzdem kamm er immer wieder nachhause.Er ließ alles über sich ergehen.Er sagt immer das er mich noch liebt.Jetzt arbeiten wir beide an dieser Beziehung. Mit freundliche Grüße Veronika

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